Dritte Flotte

Karva Selloinne

Lebenslauf

Asoziale Kindheit

Karva Selloinne wurde als viertes von sieben Kindern in einer fliegenden Stadt über dem Gasriesen Reltooine im Corporate-Sektor geboren. Seine Geschwister sind allesamt Mädchen: drei ältere und drei jüngere Schwestern, und weil die Erwartungshaltung schon beim vierten Kind entsprechend war, stand für Karva bei seiner Geburt schon ein Mädchenname fest. Karvas Vater war Sprengmeister bei einer Bergbaufirma, und bei einem Unfall mit einem selbstgebauten Zünder verlor dieser seinen linken Arm, woraufhin er erst melancholisch, dann depressiv wurde. Als Karva acht Jahre alt war, starb sein Vater schließlich bei einem weiteren Unfall, als eine Sprengung missglückte und der herabfallende Schutt ihn und drei seiner Kumpel erschlug. Heute ist sich Karva darüber im Klaren, dass sein Vater vielmehr auf erbärmliche Weise Selbstmord begangen hat.

Nach dem Tod des Vaters siedelten die Selloinnes nach Coruscant über, in die Heimat von Karvas Mutter, wo sie zu zehnt in einem engen Drei-Zimmer-Appartement im sog. Orange-Distrikt hausen mussten: Karva und seine sechs Schwestern, ihre Mutter und zwei Tanten. Viel ist über seine weitere Kindheit unter diesen ärmlichen Bedingungen nicht bekannt, allerdings hätte seine Familie ohne staatliche Unterstützung vermutlich überhaupt nicht bestehen können.

Damit sie überhaupt über die Runden kamen, musste jeder etwas beitragen. Karva musste viel im Haushalt aushelfen und beherrscht daher auch sogenannte "typische Frauenaufgaben" wie Nähen und Kochen. Seine Schwestern schlagen sich samt und sonders in irgendwelchen erbärmlichen und häufig wechselnden Jobs durch, die keine großartige Ausbildung erfordern, arbeiten z. B. als Kellnerinnen, Stripperinnen und eine als Prostituierte. Karva hatte jedoch eine künstlerische Ader und durfte im Laden seiner Tante deshalb das Tätowieren und Piercen lernen — und er ist wirklich gut darin. Nach seiner Ausbildung sollte er bei ihr aushelfen und so der Familie weiteres Geld einbringen. Allerdings wurde er dann zur Wehrpflicht eingezogen und ausgerechnet zu den Sturmtruppen geschickt.


Wehrdienst bei den Sturmtruppen

In diesem neuen Job war Karva zunächst eher eine Niete und er überlebte die harte Ausbildung hauptsächlich durch seine enormen Nehmerqualitäten. Wie schon in der Schule wurde er auch unter den Soldaten fortwährend gehänselt. Karva zog sich zurück und begann sich wieder einzuigeln, wie er es immer getan hatte. In dieser Zeit lernte er allerdings seinen besten Freund kennen, Terrge Olaaf Onokkuchku-Lakuszkosynarias (abgekürzt "TOOL"), einen anderen Rekruten, der unter der Ausbildung schwer zu leiden hatte. Gemeinsam bissen sie sich durch und schlossen Freundschaft, gemeinsam wurden sie schließlich in den aktiven Dienst versetzt.

Eine der ersten Aufgaben der beiden noch grünen Kameraden war die Begleitung einer Gefangenenüberführung auf einem imperialen Gefängnisschiff durch die Outer Rims. Hierfür wurden sie zwei Veteranen unterstellt, Sergeant Major Darx und Corporal Veret. Die Trooper konnten zwar nicht verhindern, dass Rebellen ihre Gefangenen befreiten, dennoch gelang es ihnen zumindest, den Angriff zu überleben.

Erst nach dieser prägenden ersten Erfahrung wurden die beiden Rekruten zu ihrer endgültigen Stammeinheit versetzt, auf den Sternzerstörer Cerberus und dort in den Sturmtrupp von Sergeant Zester Diamond. Auch die Veteranen bei Diamonds "Dreckfressern" empfingen die beiden nicht freundlich und hackten zunächst vor allem auf Karva herum. Erst, als beide ihre ersten Einsätze überlebt hatten und es sich aus Sicht der Veteranen lohnte, Zeit in diese Frischlinge zu investieren, hörten auch die Gehässigkeiten nach und nach auf.


Abhärtung durch Schmerz

Dennoch änderte sich Karvas mimosenhaftes Verhalten erst, als sie gemeinsam das Militärgefängnis auf Vendaxa überleben mussten. Während eines Gefängnisaufstandes tötete Karva, der seelisch völlig am Ende war, einen Wachmann, der sich später als der Bruder des Marinesoldaten Aphatraxus Kymerii entpuppen sollte. Für den Mord sollte Karva bereits auf Vendaxa hingerichtet werden, doch die Befreiung durch die Dritte Flotte kam dem zuvor. Er überlebte Vendaxa zwar, litt danach aber unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung. Immerhin wurde er seither endgültig von seinen Kameraden akzeptiert und fand bei ihnen große Unterstützung. Er fand auch endlich ein wenig Liebe in seinem Leben: Die Beziehung mit Jaeccin Dohska half ihm ebenfalls wieder ein wenig auf die Beine.

Karvas bisher dunkelstes Kapitel begann etwa zwei Jahre nach seiner Rettung von Vendaxa, als Aphatraxus Kymerii sich endlich in der Lage sah, den Tod seines Bruders an ihm zu rächen. Die Gelegenheit dazu erhielt er durch Terrges Ex-Freundin, die Sanitäterin Jil Sa-Vin Zaterniphal, die Karva schon seit einiger Zeit erfolglos umgarnt hatte und nun für seine "Unverschämtheit", sie zu missachten, nach bitterer Rache verlangte. Sie lockte Karva für Kymerii in eine Falle und dieser folterte ihn mehrere Tage lang, wobei er ihn auch schwer verstümmelte. Abermals konnte Karva in letzter Minute gerettet werden und er wird physisch sogar wahrscheinlich wieder weitgehend genesen — aber seelisch sieht es da ganz anders aus. Karva wird nie wieder so sein, wie er war.