Dritte Flotte

Zester "Boss" Diamond

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Zester Diamonds Gesicht wie sein ganzer Körper sind von den Narben vieler Kämpfe und Verwundungen zerfurcht. Früher trug er im Gesicht die auffälligen rituellen Narben einer religiösen Gemeinschaft, in die er hineingeboren wurde, jedoch ließ er sie vor einigen Jahren chirurgisch entfernen. Obwohl er anscheinend übermäßig trinkt und auch anderen körperlichen Vergnügungen frönt, wenn er die Gelegenheit hat, ist der Patient für sein Alter doch ein zäher, flinker und gut trainierter Mann, dessen Einsatzfähigkeit außer Frage steht.

Übersicht
Ererbte med. Charakteristika
  • genetische Veranlagung zu starkem, frühem Haarausfall
Erworbene med. Charakteristika
  • zahlreiche Narben von Verwundung und Folterungen am ganzen Körper
  • Subkutane Mikronarben von der chirurgischen Entfernung ritueller Narben im Gesicht
  • keinerlei Körperschmuck
Krankheiten und Therapien
  • Frühstadium einer Steatosis hepatis (Fettleber), vmtl. alkoholbedingt

Psychisches Datenblatt

Zester Diamond ist zynisch, gewitzt und dem Imperium treu ergeben. Wie fast alle Sturmtruppen, die ihre höllische Ausbildung auf Carida überlebt haben, ist Zester Diamond ein ausgesprochen loyaler Soldat, der auf Befehl für das Imperium in den Tod gehen würde. Aber wie alle Menschen mit ein wenig Grips im Kopf ist er willens, sein Leben so teuer wie möglich zu verkaufen, und es bis zu seinem absehbar frühen Ende bis zum letzten Tropfen auszukosten. Seine Dienstpflicht kommt ihm stets zuerst, aber dennoch folgt er, wenn er es kann, seinem persönlichen Moralkodex und schätzt Disziplin auch nur im Kampfeinsatz, denn alles darüber hinaus wäre ein Tribut an die Obrigkeit, die diesen seiner Meinung nach nicht verdient hat: denn die Obrigkeit dient ja nur sich selbst und tut nichts für die kleinen Leute. Deshalb ist es für ihn ganz normal, dass die kleinen Leute sich selber und einander gegenseitig helfen.

In der Welt des Verbrechens kennt sich Zester hervorragend aus, weil er in ihr jahrelang gelebt hat, und er findet auch nichts Falsches daran, diese Erfahrungen für seine Zwecke einzusetzen. Er liest und schreibt Gaunerzinken, kann unbemerkt Taschen ausleeren und weiß, wem man welche Knochen brechen muss, um an eine Information zu gelangen. Er kann Türen knacken und mit Hehlern feilschen, wenn es sein muss, und er kennt Mittel und Wege, dem Auge des Gesetzes zu entgehen. Wenn er kämpft, dann unfair und schmutzig und unter Einsatz aller Mittel. Das hat ihm auch beim Sturmtruppenkorps schon manchmal das Leben gerettet.

Vor allem aber hat Zester eine sehr gewinnende und dominante Persönlichkeit. Er hat es fast immer geschafft, seine "Jungs" für sich einzunehmen und mehr oder weniger seine Überzeugungen zu ihren eigenen zu machen. Die "Dreckfresser" sind nicht nur im Feld eine eingeschworene Truppe, sondern haben auch als Freundeskreis viel mehr den Charakter einer Straßengang mit festen Regeln und Hierarchien, die nicht unbedingt vom Dienstgrad oder von der Kampferfahrung abhängig sind. Allerdings ist Zester unanfechtbar und unangefochten der Boss für sie, und sie sind ihm wie eine Familie, beinahe seine Kinder. Er würde für jeden von ihnen sterben und hat möglicherweise auch für den einen oder anderen von ihnen schon einmal ein Verbrechen begangen oder eine ihrer Untaten vertuscht. Auch über seine wenigen echten Freunde, die nicht zu den "Dreckfressern" gehören, denkt er so: das wäre vor allem Arachnide Southcold, die er vermutlich immer noch liebt, aber seit dem verdeckten Einsatz als Pirat freundet er sich auch zunehmend mit den Kameraden Veleany und Esquage an.

Zwischen all diesen ernsten Herausforderungen des Lebens ist Diamond nichts wichtiger als eine hohe Lebensqualität. Für alles gibt es Regeln, aber als Veteran weiß Zester genau, wie man diese zum Ärger aller perfekt beugen kann, ohne sie zu brechen. Für einen Herauswurf aus der Truppe ist Diamond zu gut, und das weiß er auch genau und nutzt es bis zum Erbrechen aus. Für die gefährlichsten Spezialeinsätze wollen die Bosse stets ihn. Flottenadmiral Androx kennt Diamond schon aus seiner eigenen Sturmtruppenzeit und sie mögen sich definitiv nicht, aber sie haben gelernt, die Vorteile des jeweils anderen zu akzeptieren. Sie schützen sich sogar gegenseitig ein wenig, weil ihnen insgeheim diese seltsame Dynamik gefällt.

Jeder, der Karriere machen will, ist Zester von Grund auf suspekt, weil er seiner Meinung nach aus den falschen Gründen dient; und so hatte er auch seinen Schützling TOOL zeitweilig ein wenig gefressen, weil er sich für die Offizierslaufbahn interessierte. Er kann ihm das zwar verzeihen, wie ein guter Vater seinen Kindern alles verzeiht, aber ein wenig enttäuscht ist er trotzdem. Immerhin kann er noch Einfluss darauf nehmen, dass aus TOOL dann wenigstens ein "anständiger Offizier" wird (für ihn ein Paradoxon).

Lange war Zester mit Arachnide Southcold zusammen, hatte sich aber nach über drei Jahren zeitweilig doch von ihr getrennt, ohne ihr eine für sie ausreichende Begründung zu liefern. Angeblich missfiel ihm ihre Nähe zu Androx, dem sie als Adjutantin diente, angeblich ging es ihm auch gegen den Strich, dass sie TOOL zur Offizierslaufbahn ermutigt hatte. In Wahrheit glaubt Zester allerdings wohl eher, dass er für Ari zu verkorkst sei und sie sich an ihn unter Wert verkauft habe. Er will nicht daran schuld sein, dass sie an seiner Seite ein mieses Leben führen muss, wenn sie ein besseres ohne ihn haben könnte. Eigentlich ist Zester alles andere als selbstlos, aber er liebt Ari von Herzen und wünscht ihr nur das Beste. Natürlich wären diese Scheinargumente in Wahrheit der reinste Blödsinn: denn Ari ist ein sehr intelligenter und unabhängiger Mensch und kann für sich selbst Entscheidungen treffen. Aber so ist Diamond eben. Seine gewohnheitsmäßige Annahme, er stehe über den Regeln und könne (und müsse) für alle anderen zu ihrem Besten entscheiden, hat ihn damit vermutlich das Beste gekostet, das ihm je im Leben passiert ist.

Genau dieses selbstzerstörerische Verhalten ist auch weiterhin sein größtes Problem: er fährt schon so lange den Leuten aus Spaß an den Karren, dass er es gar nicht mehr merkt, wie sehr er sich selbst damit schadet. Seine Methode klappt ja meistens irgendwie und deshalb ist er inzwischen betriebsblind für eigene Fehler. Ari hat ihm diesen Fehler schon oft aufgezeigt, aber gefruchtet hat das bisher nicht. Immerin fängt er bereits an, seine wahnwitzigen Pläne mit anderen Leuten vorher abzustimmen und sie um ihre Meinung zu bitten; aber das tut er noch längst nicht immer.