Dritte Flotte

Zester "Boss" Diamond

Lebenslauf

Zester Diamond wurde als Einzelkind in den Slums der unteren Ebenen von Coruscant geboren und lernte dort früh, dass man Dreck fressen muss, wenn das Leben einem sonst nichts bietet. Von seinem Vater wurde er geschlagen, von seiner Mutter kaum richtig erzogen, weil sie ebenfalls arbeiten musste, um die Familie über Wasser zu halten. Vermutlich waren beide Alkoholiker und gehörten zumindest kurz irgendeiner absurden religiösen Sekte an, die dem Jungen zahlreiche rituelle Narben ins Gesicht schnitt. Zester redet nie über seine Eltern und hatte anscheinend seit Jahrzehnten keinen Kontakt zu ihnen. Erst vor kurzem fanden einige seiner Kameraden heraus, dass seine Mutter den Vater in der Tat ermordet hat, um sich und ihren Sohn vor dem prügelnden Säufer zu beschützen, und dafür lebenslänglich im Gefängnis auf Coruscant sitzt. So kam Zester in ein staatliches Pflegeheim.

Als Jugendlicher schloss Zester sich einer Coruscanter Straßengang an, den "Dragonflys", zu denen auch der ältere Junge Niek Dschany gehörte, ehe dieser den bisherigen Boss, Dhan, umlegte und die Bande übernahm (zusammen mit Dhans Identität, wie Zester später herausfand). Zester redet bis heute nicht viel über seine Erlebnisse und Tätigkeiten als jugendlicher Straftäter, aber vermutlich wurde er anfangs als Kurier, später bei Einbrüchen und Überfällen eingesetzt. Einigen wenigen ist bekannt, dass er eine von Nieks frühen Vergewaltigungen beobachtet hat, aber als halbes Kind natürlich keine Chance hatte, etwas dagegen zu unternehmen. Es ist eine von vielen Erinnerungen, die er am liebsten verdrängt.

Sobald er den Mut gefasst hatte, brach er mit der Bande, und was er dann tat, weiß vielleicht nur Kisoogi und irgendein verstaubtes Datenarchiv auf Coruscant: Quasi niemandem erzählt Zester, dass ihn nach seinem Bruch mit der Bande ausgerechnet die COMPNOR auffing und er in seiner örtlichen Jugendgruppe von SAGroup systematisch auf den Militärdienst vorbereitet wurde. Dank COMPNOR schaffte er den vollständigen Absprung aus dem kriminellen Milieu, nabelte sich endgültig von seinem ganzen verkorksten Freundeskreis ab und machte seinen Schulabschluss. Parallel dazu wurde er sorgfältig indoktriniert. Er begann sogar mit einer Lehre (für welchen Beruf, hat er noch niemandem verraten, und vielleicht weiß er es auch selber nicht mehr), brach sie aber nach kurzer Zeit wieder ab, weil er endlich alt genug war für das Militär.

Er war ein guter Soldat, zäh genug für die Sturmtruppen und die Hölle auf Carida, und kämpfte in zahlreichen Schlachten für das Imperium. Allerdings hatte er immer noch Probleme mit der Obrigkeit. Immer wieder wurde er für sein auffälliges Verhalten bestraft, häufig ging auch sein Temperament mit ihm durch und er verbrachte viel Zeit im Disziplinararrest. Dort lernte er anscheinend auch einen jungen Hapaner kennen, der sich nur Kisoogi nannte. Sie trafen sich immer wieder im Arrest und lernten dort, sich auch wortlos zu verständigen, wurden ohne große Worte bald beste Freunde.

In dieser Zeit wurden die beiden Galgenvögel zu einer Einheit versetzt, die für unliebsame Fälle wie sie vorgesehen war und besonders häufig auf Himmelfahrtskommandos und in andere gefährliche Einsätze geschickt wurde. Auch ihr neuer Phalanxführer, ein verbitterter und steifer Lieutenant Androx, den die Marine nicht mehr haben wollte, war solch ein unliebsamer Fall. Es dauerte nicht lange, bis Androx offen gegen seine Vorgesetzten rebellierte und auf dem Dienstweg Beschwerden über sie einreichte. Der Vorgesetzte schickte den Lieutenant und seine Männer daraufhin auf ein Himmelfahrtskommando nach dem anderen. Während seine Einheit durch diesen internen Kleinkrieg der Offiziere immer weiter ausblutete, begann Diamond, seine Vorgesetzten zu hassen, weil sie ihren Zwist auf dem Rücken der gemeinen Soldaten austrugen. Ihm war völlig egal, wer von beiden mehr Recht hatte: er gab ihnen beiden die Schuld und steckte mit dieser Meinung auch Kisoogi an. Diese Abneigung und das Misstrauen gegen Offiziere und die Obrigkeit im Allgemeinen hat sich Zester bis heute bewahrt, vor allem aber ist Androx für ihn immer noch ein rotes Tuch. Der Mann mag zwar seine Lehren gezogen und sich zu einem echt guten Anführer gemausert haben — ein guter Stormtrooper war er seiner Meinung nach jedoch nie.

Androx ist es allerdings wohl zu verdanken, dass Zester nie zum Raucher wurde: Zu Beginn seines Militärdienstes war Zester noch frisch von COMPNOR indoktriniert und glaubte an Ideale wie die Reinheit des Körpers, Predigten, die ihn von der Abwärtsspirale in den Drogenkonsum lange genug fernhielten. T'bac allerdings wurde von den Soldaten konsumiert, und als ein Rekrut auf Nachtwache seine Position durch seinen Glimmstengel verriet, erschoss ihn ein feindlicher Scharfschütze. Androx konfiszierte daraufhin sofort sämtliche Rauchware und überließ sie dem Feind, der seinerseits in der Folge einen oder zwei rauchende Nachtwachen auf dieselbe Weise verlor. Die Kameraden litten teilweise unter dem Entzug und hassten ihren Leutnant dafür, aber Zester, der noch nicht abhängig war, hat bis heute nie wieder geraucht. (Ironischerweise wurde dafür später Androx selbst zum Raucher und konnte es sich nur dank Zesters Freundin, Ari, wieder abgewöhnen.)

Einige Jahre später brachte es Diamond über die Versetzung zu den Legionen, die der Dritten Flotte zugeordnet wurden, trotz all seiner Eskapaden doch noch zum Sergeanten und bekam seinen eigenen Sturmtrupp unterstellt, der ausgerechnet auf dem Flaggschiff seines früheren Einheitsführers Androx, der Cerberus, stationiert wurde. Natürlich nahm er Kisoogi dahin mit. Den hochtrabenden Namen dieser Einheit ersetzte er in all seinen Berichten zynisch stets durch "Dreckfresser", bis ein Vorgesetzter tatsächlich Humor bewies und der Name tatsächlich irgendwann offiziell entsprechend geändert wurde. Aus dieser Einheit formte er über Jahre und unter großen Verlusten die Eliteeinheit, der man auch die gefährlichsten Jobs anvertrauen kann. Allerdings stehen die "Dreckfresser" auch im Ruf, dass sie in zahlreiche kleinere Delikte verwickelt sein sollen: Unterschlagung, Hehlerei, Handel und Konsum von Rauschmitteln und dergleichen. Man konnte ihnen jedoch bis heute nie offiziell etwas nachweisen. Dennoch scheint keiner von Zesters "Jungs" in bitterer Armut zu leben und Zester selbst hatte vor einigen Jahren das Geld zusammen, um sich die rituellen Narben im Gesicht, eine letzte ständige Erinnerung an seine Kindheit, chirurgisch entfernen zu lassen.

Etwa fünf Jahre ist es nun her, dass Zester im Krieg gegen die Hapaner die Infanteristin Arachnide Southcold kennenlernte. Auf den Tag genau ein Jahr vor Kisoogis Flucht aus dem Militärgefängnis auf Vendaxa wurden sie offiziell ein Paar. Einige Zeit vor dem Sondereinsatz als "Pirat" auf Vergesso Prime trennte sich Zester jedoch von Ari, ohne ihr einen genauen Grund dafür zu nennen. Insgeheim ist er jedoch der festen Überzeugung, dass ihre Verbindung ihrer Karriere nur schadet.