Dritte Flotte

Padawan Tyrn

Lebenslauf

Die nachfolgende Biographie dieses Feinds des Imperiums ist mit Vorsicht zu genießen. Sie basiert größtenteils auf unsicheren Ermittlungsergebnissen und unüberprüfbaren Eigenaussagen des Subjekts in einer Verhörsituation; es können sich also irreführende Informationen darin befinden.

Bürgerkrieg auf der Heimatwelt

Tyrn wuchs auf Glee Anselm in eine Zeit des Bürgerkriegs hinein und wurde von seiner Kriegspartei zum Militärarzt ausgebildet. In dieser Zeit entdeckte er, dass er "stark in der Macht" ist (Anmerkung: eine Umschreibung religiöser Fanatiker für übernatürlich erscheinende, aber keineswegs unerklärliche Phänomene; es bedeutet lediglich, dass er ein begabter Suggestor und Illusionist ist, der leichtgläubigen Narren allerhand Nonsens einreden kann.) In seiner Heimat fand Tyrn niemanden, der ihm dabei helfen konnte, seine Gabe zu verstehen, aber er las und recherchierte angeblich sehr viel und kam schließlich zu dem Ergebnis, dass er sich einen "Jedimeister" suchen müsse. Deshalb begab er sich auf die Suche nach dem Terroristen Luke Skywalker.

Komplizenschaft mit den Dragonflys

Seine Suche führte ihn quer durch die Galaxis und meistens verdiente er sich die Passagen mit der medizinischen Behandlung der Schiffsbesatzung, obwohl er überhaupt keine im Imperium anerkannte Approbation vorweisen kann. So geriet er meistens an zwielichtige Gesellen und schließlich, auf einer Raumstation im Orbit um Etti IV, auch an das Verbrechersyndikat der "Dragonflys". An diesem Tag spielte er sich als großer Befreier der Geknechteten auf, ermordete einen Quarren-Geschäftsmann und stahl ihm seine Sklavin, Koty'na Si Kuyan, die in den folgenden Jahren über ihre bescheidenen Wurzeln hinaus wuchs und mittlerweile sogar den Paten der Dragonflys persönlich berät.

Eine Weile arbeitete Tyrn für dieses Syndikat als Mafiaarzt, will aber an den Bandenkämpfen gegen die Schwarze Sonne und generell an allen Verbrechen, welche in der Folgezeit geschahen, nie persönlich beteiligt gewesen sein. Angeblich missbilligte er auch die meisten ihrer zwielichtigen Geschäfte und ignorierte sie nur widerwillig (Anmerkung: Möglicherweise stimmt das sogar, es liegen glaubwürdige entsprechende Aussagen anderer Dragonflys darüber vor.) Heimisch fühlte sich der Nautolaner jedoch nie unter den Dragonflys. Vor allem Booker, der andere parapsychisch begabte Alien an Bord, wurde nie richtig warm mit Tyrn: philosophische Differenzen, wie sie beide sagen.

Lichtbringer von Eriadu

Letzten Endes schien sich Tyrns Geduld auszuzahlen, denn er fand durch das Spionagenetzwerk der Dragonflys eine neue Spur zu Luke Skywalker — oder zumindest glaubte er das. Auf einer abgelegenen kalten Welt im Thanium-Sektor traf er sich mit einem Unbekannten, der ihm versprach, ihn zu dem berühmten Jedi zu bringen. In Wirklichkeit handelte es sich um Carnor Jax, einen Oligarchen der Junta der Dreißig von Eriadu. Jax' Spione hatten ihm und anderen Suchenden wie ihm eine Falle gestellt.

Angeblich war Tyrn völlig ahnungslos, als er Jax' Lockruf folgte und auf Eriadu einer Gehirnwäsche unterzogen wurde, denn im Gegensatz zu Tyrn selbst erkannte die Junta das gewaltige militärische und politische Potenzial seiner angeborenen Suggestionskräfte. Von da an trat er als der "Lichtbringer" auf, ein falscher Heilsprediger, der Millionen von Gläubigen in seinen Bann schlug und mit Wunderheilungen und der Gabe der Weissagung von sich reden machte. Aus der gesamten umliegenden Region pilgerten die Leute nach Eriadu, um den "Lichtbringer" zu sehen, und gerieten so in die Fänge der Junta, welche die Pilger zu Soldaten für ihren Krieg gegen das Imperium ausbildeten, um ihre zahlreichen gestohlenen Raumschiffe zu bemannen.

In dieser Rolle wurden erstmals imperiale Institutionen auf Tyrn aufmerksam. Als die Dritte Flotte den Präventivschlag gegen die kriegslüsterne Junta führte und Eriadu eroberte, war Tyrn zugegen, doch da tauchte angeblich der echte Luke Skywalker auf und rettete ihn, kurz bevor er von zivilen Agenten des Imperiums gestellt werden konnte. Nach der erfolgreichen Flucht halt ihm Skywalker an einem geheimen Ort, aus dem Lügengebäude von Carnor Jax und seinen Spießgesellen wieder auszubrechen, und indoktrinierte ihn stattdessen gleich mit seinen eigenen religiös verbrämten Lügen. Über ein Jahr lang blieb Tyrn verschwunden und wurde in diesem Terror-Trainingscamp unterrichtet.

Mit den Rebellen auf Naboo

Erst auf Naboo traf er nach Jahren seine "alten Freunde" von den Dragonflys wieder, die Begegnung war aber kein bloßer Zufall. Tyrn hatte gerade die Rebellenführer Leia Organa und Han Solo auf eine heikle diplomatische Mission begleitet, die in der Hauptstadt der Gungans stattfinden sollte. Von der Teilnahme eines anderen amphibischen Wesens erhoffte sich Organa womöglich einen Vertrauensvorschuss bei den primitiven Kreaturen. Über Zweck und Inhalt dieser Mission verlor Tyrn auch unter Folter kein Wort, allerdings verdichtet sich mittlerweile der Verdacht, dass sie etwas mit Luke Skywalker zu tun gehabt haben muss.

Auch über die Begegnung mit dem Dragonfly namens Booker machte Tyrn keine näheren Angaben. Er behauptet, dieser habe um das Treffen ersucht und ihn in einer Privatangelegenheit sprechen wollen, und da er mit Booker früher nie gut ausgekommen sei, habe dies sein Interesse geweckt. Die Begegnung sei allerdings nicht zustande gekommen, weil kurz zuvor die Dritte Flotte über Naboo erschien und den Planeten im Rahmen des "Unternehmens Sündenfall" annektierte. Die Gungans widersetzten sich jedem Appell an ihre Vernunft und stellten die schon a priori sinnlosen Kampfhandlungen erst ein, nachdem ihre Hauptstadt, Otoh Gunga, bombardiert worden war. Die Rebellen konnten entkommen, während Booker von den eindringenden Fluten mitgerissen wurde.

Tyrn kam erst Tage später in der Stadt Moenia wieder zu Bewusstsein. Dort führte Commander Mirith Sinn, eine Begleiterin der Rebellenführer Solo und Organa, fruchtlose Verhandlungen mit dem lokalen Huttfürsten, Natja Jahibakti Heetu, denn sie wollte die prominenten Terroristen von dem Planeten wegschaffen, bevor das Imperium sie in die Finger bekäme. Eloun Culu alias Booker hielt er unterdessen für tot, doch er spürte angeblich den wachsenden Zorn und die Angst in der Stadt und vor allem das Leid, das von dem Theater ausging, in dem sich Natja verkroch und seine Sklavengeschäfte koordinierte. Banaler ausgedrückt: er hatte durch Booker und wahrscheinlich auch durch Mirith Sinn von der Gemeinschaftsunternehmung der Jahibakti und der Dragonflys erfahren und konnte sich denken, dass seine ehemaligen Freunde über den Tod ihres Consigliere nicht erbaut sein würden — vor allem nicht Niek Dschany, der Bandenchef und außerdem Bookers Vater. Anscheinend verübte Dschany in diesen Tagen auch mindestens einen Mord, um sich wegen des vermeintlichen Verlusts abzureagieren.

Der Fluchtplan von Mirith Sinn ließ sich aber leider nicht mehr ändern, als Tyrn seine Informationen über die Dragonflys offenlegen konnte. Zuviel stand für die Rebellen auf dem Spiel, zumal sie inzwischen auch für das Wohl der amtierenden Königin von Naboo, Luné Thalateen, die Verantwortung übernommen hatten. Tyrn machte also gute Miene zum bösen Spiel, vermied den Kontakt mit seinen früheren Verbündeten und half aus dem Verborgenen heraus bei der Umsetzung des Fluchtplans, sobald er hinreichend genesen war.

Als er Niek Dschany dann schließlich doch von Angesicht zu Angesicht gegenüber stand, wurde es, wie erwartet, sehr unerfreulich. Tyrn konnte ihm nicht verheimlichen, dass er intime Kenntnisse über Nieks gefährlichste Geheimnisse erlangt hatte und zudem zutiefst verachtete, was aus ihm und seinen Gefolgsleuten geworden war. Er erfuhr, dass Booker lebend aus Otoh Gunga geborgen werden konnte, aber seither in einem tiefen Koma lag. Aber der Arzt verweigerte Nieks Sohn die Hilfe, die dieser sich verzweifelt von ihm erhofft hatte, und stellte klar, dass die Welt seiner Meinung nach ohne das Böse, das Booker zu verbreiten half, besser dran sei. Sie gingen verständlicherweise nicht als Freunde auseinander.

Terroranschläge und Gefangenschaft

Einige Tage später war es soweit: die Liyquaze der Dragonflys und Han Solos Millenium Falcon gemeinsam brachen durch die Blockade. Allerdings geriet Mirith Sinn bei der hektischen Aktion in Gefangenschaft der lauernden imperialen Truppen. Tyrn, der es eigentlich bereits an Bord geschafft hatte, blieb zurück, um die Verbündete möglicherweise zu befreien. Er nahm Kontakt mit den Gungans auf und führte aus ihren unterseeischen Verstecken einen Guerillakrieg gegen die imperialen Besatzer — solange er noch nicht identifiziert worden war. Niek Dschany allerdings erkannte Monate später seine Chance auf Rache an dem Nautolaner und verriet der Dritten Flotte, was er über ihn wusste. Mit diesen Kenntnissen konnte er in eine Falle gelockt und festgenommen werden. In den folgenden Wochen strenger Verhöre zeigte sich Tyrns enorme, fast bewundernswerte Willenskraft. Ebenso wie Mirith Sinn verriet er anscheinend nichts von essentieller Bedeutung.

Den vorerst letzten Wendepunkt in diesem Kapitel hat der gesuchte Kopfgeldjäger Kenix Kil zu verantworten, ein früherer Verbündeter von Mirith Sinn. Als es der Dritten Flotte gerade gelungen war, ihn auf dem Kasinoschiff Errant Venture festzunehmen und mitten in der Schlacht von Vergesso Prime auf das Flaggschiff Großadmiral Teshik zu schaffen, drehte dieser den Spieß unerwartet um: ein Rebellenkommando hatte sich in seinem Fahrwasser an Bord geschlichen und befreite den vermeintlich hilflosen Kenix Kil, seine Freundin Mirith Sinn und freilich auch Tyrn. Die Dissidenten flohen mit einer im Hangar wartenden Fähre, die ausgerechnet von Niek Dschany gesteuert wurde.

Deshalb ist es derzeit nicht gesichert, wie das Verhältnis zwischen Dschany und Tyrn bzw. den Dragonflys und den Rebellen tatsächlich geartet ist.