Dritte Flotte

Orin Jeanida Ghomo

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Orin J. Ghomo wurde bei der Behandlung eines verwundeten Kameraden bei den Feuergefechten auf der Annihilator schwer verwundet. Der Blasterschuss zerstörte ihren Helm, eröffnete ihren Schädel und "kochte" ihren rechten Augapfel. Sie musste sich drei Tage lang selbst am Leben erhalten und hatte nicht die richtigen Medikamente zur Verfügung, sondern musste mit anderen improvisieren, woraus als Folgeschaden ihre vollständige Alopezie und eine leichte Bacta-Unverträglichkeit entstanden.

Übersicht
Erworbene med. Charakteristika
  • Häftlingstätowierung auf linkem Schlüsselbein
  • Schwere Brandnarben über den gesamten rechten Schädel, die rechte Halsseite und die rechte Schulter.
  • Rechtes Auge erblindet (behoben durch Optronik)
  • Schwere Lungenschädigung durch Einatmen heißer und giftiger Dämpfe (ausgeglichen durch Implantat)
  • Alopezie (vollständiger Haarausfall) am gesamten Körper, vmtl. infolge Fehldosierung bei Selbstbehandlung
  • Leichte Bacta-Unverträglichkeit aufgrund von Überdosierung und durch Kreuzwirkungen mit anderen Medikamenten
Bioimplantate
  • Abnehmbare Optronik über der rechten Schläfe (verstärkt die strukturell geschwächte Schädelpartie, stellt die visuelle Wahrnehmung aus dem beschädigten Auge wieder her und enthält Kontrollsensoren für ihre Hirntätigkeit), mit integrierter Luma
  • Fest installiertes Implantat (mit Kontrollsensoren und Reglern für die Lungentätigkeit) auf dem oberen Brustbein

Psychisches Datenblatt

Schon immer war Orin J. Ghomo eine nicht allzu redselige, eher verschlossene Person, die viel mit sich selbst auszumachen versucht. Ursprünglich war ihr Respekt vor Autoritäten allerdings stärker ausgeprägt als nach ihrer Verwundung. Ihr Medizinstudium war nicht unbedingt ihr eigener Wunsch, sondern geschah eher auf Druck ihrer Eltern, entpuppte sich aber für ihre Fähigkeiten als passend; deshalb blieb sie dabei.

Sich selbst würde Orin bestimmt als verhältnismäßig tolerant und vorurteilsfrei bezeichnen, doch das Gegenteil trifft zu. Sie hat zwar nicht explizit etwas gegen andere Völker, würde sie aber trotzdem "Nichtmenschen" oder "Aliens" nennen und sich an rassistischen Witzeleien über sie beteiligen. Auch wer sich nicht für das Sturmtruppenkorps qualifizieren kann, ist für sie nur ein minderwertiger Soldat.

Mitgefühl ist nicht eben Orins Stärke, und das zeigt sie auch in einer gelegentlich schroffen, burschikosen Art selbst bei schwer verwundeten Patienten. Auch ihre aktive Teilnahme am Organdiebstahl zeugt davon, ebenso wie ihr rascher und gnadenloser Aufstieg zu einer Anführerin ihres Zellenblocks. Schmerzen, die sie anderen zufügt, bedeuten ihr nichts, und Schmerzen, die sie selbst erleidet, bedeuten ihr im Allgemeinen ebenfalls nur wenig. Alles in allem ist Orin sowohl körperlich als auch geistig ausgesprochen widerstandsfähig und hat daher nur wenig Gespür für das Leiden anderer. Dass nicht jeder ihre Verwundung überlebt und sich drei Tage lang allein durch feindliches Gebiet geschlagen hätte, ist ihr durchaus bewusst, und auch ein Quell ihres Stolzes.

Immerhin besitzt Orin eine gewisse Fähigkeit zur Selbstironie. So stört sie sich nicht an bösartigen Spitznamen wie "Lady Teshik" oder "Eyes-White-Shot", die ihr manche Kameraden bisweilen verpassen. Sollte sie aber jemals jemand nach ihrem zweiten Vornamen "Jenny" rufen, wird sie ihm sicher wehtun, und es gibt auch andere Dinge, die sie sehr stören würden. Welche das sind? Das ist gar nicht so sicher, das kann alles Mögliche sein. Falls man es dann geschafft hat, Orin zu verärgern — und das ist gar nicht so schwer —, kann ihre Rache vielfältig ausfallen: von einem sehr verletzenden Spruch über eine gebrochene Nase bis hin zu einer besonders langwierigen und schmerzhaften Versorgung beim nächsten Mal, wenn der Dummkopf, der sie verärgert hat, das nächste Mal auf ihre Hilfe angewiesen ist. Da ist sie völlig skrupellos.

Einen radikalen Wandel ihrer Persönlichkeit hat die Verwundung dennoch mit sich gebracht: Orin hat nun große Angst davor, erneut zurückgelassen zu werden. Lange gab sie einem Mann, nämlich Tordesian Veleany, ihrem damaligen Befehlshaber, die Schuld für ihr Leiden, und trotz der inzwischen erfolgten Konfrontation und einer gewissen Verständigung mit ihm ist sie darüber immer noch nicht hinweg. Gerade, wenn sie sich mit solchen Ängsten oder unmittelbaren Erinnerungen an ihr Trauma konfrontiert sieht, neigt sie zu extremen Stimmungsschwankungen. War sie früher noch in der Lage, ihre soziopathischen und bipolaren Tendenzen hinter einer Maskerade erlernter guter Manieren zu verbergen, fällt heute umso stärker ihr unstetiges Naturell auf, das sogar hartgesottene Veteranen in ihrer Truppe einzuschüchtern vermag.

In Hinsicht auf ihre Arbeit hat Ghomo aus ihrer eigenen Erfahrung den Schluss gezogen, dass jeder Kamerad solange noch gerettet werden kann, bis er wirklich tot ist. Und deshalb geht sie jetzt noch rücksichtsloser bei ihren Rettungsversuchen vor als bisher. Sie würde nicht zögern, einen anderen länger leiden zu lassen und sogar sein Leben zu gefährden, solange ihr gegenwärtiger, wenngleich hoffnungsloser Patient noch einen Funken Leben in sich trägt. Das hat sie schon in ernsten Konflikt mit Veleany gebracht — doch in diesem Punkt ist sie stur. Sie wird sich nicht mehr vorschreiben lassen, wen sie in welcher Reihenfolge zu verarzten hat, ganz besonders nicht von Veleany.