Dritte Flotte

Ixnay

Lebenslauf

Wenn Ixnay eines früh gelernt hat, dann, dass Privatsphäre im Geschäft der Gegenspionage ein heiliges und seltenes Gut ist. Dementsprechend sorgsam hütet er auch seine Geschichte vor der Einberufung ins Militär. Fest steht, dass er vermutlich noch vor dem Erreichen der Volljährigkeit in die Kadettenschule von Palanhi eingezogen wurde und sich dank seiner Soft Skills — ein gewisser Charme, ein schauspielerisches Talent und auch Einfühlungsvermögen — vom durchschnittlichen Computerforensiker abhob. So verdiente er sich die Berufung in die Dritte Flotte kurz, bevor diese vom Imperium verstoßen wurde, und wurde auf den Sternzerstörer Cerberus versetzt, wo man ihn dem militärischen Abschirmdienst unter Arachnide Southcold zuteilte.

Ixnays erster Fall war die Untersuchung der Entführung des imperialen Hochingenieurs Tol Sivron und der damit zusammenhängenden Morde an dessen Begleitpersonal, welche von der Piraten- und Söldnerbande namens "Dark Star Hellions" nahe Eriadu verübt wurde. Dieses Verbrechen ist bis heute nicht aufgeklärt und die Dritte Flotte sucht nach wie vor dringend den damaligen Drahtzieher dieser paramilitärisch durchgeführten Operation: einen Kopfgeldjäger namens Keenix Kil alias "Major Sei", wie er sich auf Eriadu nannte. Diese Fahndung ist auch für Ixnay ein dringendes persönliches Anliegen.

Gemeinsam mit seiner Partnerin, Lenna Tangor costed Noltan, bearbeitete Ixnay in den Jahren des Renegatentums folgten, Hunderte oder vielleicht sogar Tausende Fälle von Besatzungsmitgliedern des Flaggschiffs Annihilator, welche aufgrund der fragwürdigen Loyalitäten an Bord allesamt erst einmal als verdächtig eingestuft und weggesperrt werden mussten. Einer dieser Gefangenen, die seinen gründlichen Nachforschungen die Freiheit und die Chance auf eine anständige Karriere verdanken, ist Dash Strider, der wie viele andere damals bloß ein Opfer der Umstände wurde.

Im Zuge dieser langwierigen Ermittlungen sammelten Ixnay und die übrigen Mitglieder seiner Dienststelle jede Menge praktische Erfahrung und wurden auf Southcolds Initiative hin auch von Commodore Durron persönlich in erprobten Techniken der Verhörführung und Gegenspionage weitergebildet. In dieser Zeit kristallisierte Ixnay sich durch seine unbestechliche und investigative Persönlichkeit rasch als Southcolds Liebling heraus.

Indem sich dann allerdings seine Partnerin, Lenna, schließlich selbst als COMPNOR-Agentin enttarnte, löste sie damit einen kleinen Skandal aus, denn kurz zuvor hatte ein anderer fanatischer COMPNOR-Spitzel ein Attentat mit zahlreichen Todesopfern verübt. In aller Eile wurde der Abschirmdienst aufgelöst und sein Personal für eine gründliche Untersuchung Commodore Durron unterstellt, dem für solche Fälle zuständigen Dritten Admiralstabsoffizier. Es zeigte sich zwar, dass Lenna trotz zahlreicher Gelegenheiten niemals gegen die Interessen des Militärs gehandelt noch irgendwelche Geheimnisse verraten hatte, aber dennoch musste die bisherige Dienststellenleiterin, Ari Southcold, ihren Posten räumen. Dies machte auch Ixnay lange zu schaffen, der Lenna blind vertraut hatte und Southcold sehr verehrte.

Dieser peinliche Vorfall sollte nach der Meinung von Commodore Durron und Flottenadmiral Androx aber trotzdem nicht die exzellenten Karrierechancen von Southcold und Ixnay ruinieren. Androx nahm deshalb Southcold als seine neue Adjutantin (und freundete sich wider Erwarten sogar persönlich mit ihr an), während Ixnay eine neue Definition des Mottos "Allzeit bereit!" als Durrons Adjutant kennenlernte. Nachdem einige Monate später genügend Gras über den Skandal gewachsen war, reaktivierte das Oberkommando den Abschirmdienst wieder und ernannte Ixnay zum neuen Leiter dieser Abteilung. Lenna hingegen wurde nach einigen Monaten verschärfter Einzelhaft und gründlichen Verhören von Durron persönlich für loyal befunden und arbeitete zunächst als Agentin für seine Stabsabteilung. Inzwischen hat Ixnay sich aber wieder weitgehend mit seiner ehemaligen Partnerin versöhnt und berief sie vor kurzem sogar wieder in den Abschirmdienst.