Raffi Nibbit
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Krankenakte
Physisches Datenblatt
Chadra-Fan haben einen beschleunigten Stoffwechsel und benötigen nur zwei Stunden Schlaf am Tag, allerdings erkaufen sie dies mit einer vergleichsweise kurzen Lebensspanne. Raffi Nibbit ist kein junges Exemplar seiner Spezies mehr, er erwähnte zunehmende Rücken- und Gelenkschmerzen. Außerdem nimmt er es mit der Hygiene nicht so genau und badet nach eigenen Angaben niemals, denn wie alle Mitglieder seines Volkes hat er große Angst vor Wasser und schätzt auch nicht die künstliche Verfremdung eines Geruchs durch Chemie. Er lebt in einer Welt der Düfte, denn niemand an Bord hat eine so empfindliche Nase wie er. Desinfektion seiner Zelle dringend empfohlen.
Psychisches Datenblatt
Wie allen Chadra-Fan fällt es auch Raffi schwer, zur Ruhe zu kommen. In der Zeit auf der Liyquaze hat er es zwar allmählich gelernt, auch seine Pausen zu nutzen und nicht immer nur an die Arbeit zu denken, doch wenn man ihn beispielsweise auf einen mehrtägigen Urlaub schicken wollte, würde er an Langeweile schier eingehen. Am liebsten ist er in seinem "Rattenbau" der verschiedenen Wartungskorridore und Kabelschächte der Liyquaze in Bewegung, repariert hier etwas und setzt dort eine neue technische Spielerei um. Dass ihm sein Freund Niek nicht nur dieses Paradies zugänglich gemacht hat, sondern ihm auch mehr oder weniger carte blanche gewährt, hat ihn für immer in Raffis Herz geschlossen. Und überhaupt auch die restliche Mannschaft.
Raffi ist sehr zutraulich und trotz seiner inzwischen fortgeschrittenen Lebenserfahrung immer noch ziemlich naiv. Solange man ihn gut behandelt und er sich als Teil der Gemeinschaft fühlen kann, werden seine Freunde seine Freunde sein, egal, ob sie von edler Gesinnung oder die übelsten Verbrecher sind. Deshalb kann er auch mit der Besatzung der Liyquaze so gut arbeiten. Überhaupt, was soll an Sklaverei so schlimm sein? Er selbst war einer (das beweist Essocs Quittung) und hat es nicht einmal gemerkt, seine liebe Freundin Tyna ist auch ganz großartig geraten und Nahira scheint es sogar regelrecht zu genießen. Und wenn sie alle Sklaven wären, auf der Liyquaze geht es denen doch gut.
Bekommt Raffi allerdings ernsthaftes Leid zu sehen, das er auch als solches erkennt, ist er durchaus sehr aufgebracht. Er wünscht niemandem Schlechtes, nicht einmal seinem ärgsten Feind, und die schrecklichste Erfahrung für ihn wäre es, wenn sich Freunde gegen Freunde stellen. Für ihn ist die Besatzung eine Gemeinschaft, die sich lieben muss, um zu funktionieren. Jeder Riss zwischen zwei Individuen bringt die Gemeinschaft als Ganzes in Gefahr, und deshalb wird er immer versuchen, die Wogen zu glätten. Er verabscheut allerdings Gewalt. Wenn es zu einer Auseinandersetzung kommt, wird er sich von der heißen Zone fernhalten und dann um diejenigen trauern, die diesem sinnlosen Akt der Zerstörung zum Opfer gefallen sind.
Das heißt aber noch lange nicht, dass man hier einen Ansatzpunkt hätte, um Raffis Vertrauen in Niek Dschany zu erschüttern. Das wurde bereits versucht. Er würde selbst unumstößliche Beweise zuerst mit diesem besprechen wollen — und ihm sofort wieder auf den Leim gehen, wenn man ihn lässt.