Dritte Flotte

Amon bin Sonter

Lebenslauf

Amon bin Sonter stammt von Dathomir. Seine leiblichen Eltern kennt er nicht mehr, da sie vermutlich bei seiner "Rekrutierung", das heißt, bei einem Überfall mitsamt Zwangsrekrutierung aller geeigneten Zivilisten durch das Imperium, erschossen wurden. Amon selbst war damals noch ein Kind, wurde aber trotzdem mitgenommen.

Aufgewachsen ist er als Adoptivsohn zweier imperialer Offiziere, die für ihn seine richtigen Eltern sind. Seine Mutter, Captain Kashri Basten hastar Korm, ist Panzeroffizier, sein Vater, Major Sonter Custur basta Revik, arbeitet als Ausbilder für die Heeresflieger beim Sturmtruppenkorps. Für Kashri und Sonter bedeutete die Adoption ein großes Glück, weil sie selbst keine Kinder haben konnten, und so behandelten sie ihn wie ihr eigen Fleisch und Blut. Beide stammen von Ord Gardonna, einem Planeten mit ausgeprägter Militärtradition, wo Amon immer wieder Urlaube verbrachte und auch ganz selbstverständlich wie jeder andere Gardonne behandelt wurde. Nur auf seinen Namen trifft das nicht zu, denn auch für Adoptivkinder gibt es auf Ord Gardonna besondere Regeln: Als Außenweltler steht ihm kein Ortsname zu und der Namensteil "bin" deutet an, dass er lediglich adoptiert wurde. Er ist also Amon, der Adoptivsohn von Sonter, der zum Zeitpunkt seiner Adoption den höheren Dienstgrad erreicht hatte und daher traditionsgemäß auch Pate für den Nachnamen seines Kindes steht.

Für ein Soldatenkind hatte Amon ein ungewöhnlich stabiles Zuhause, wenngleich nicht auf seiner oder der Geburtswelt seiner Eltern. Die letzten zwölf Jahre vor seiner Indienststellung bei den Sturmtruppenkontingenten der Dritten Flotte lebte die Familie auf der Kasernenwelt Carida und ist daher diesem Planeten mehr verbunden als Dathomir oder Ord Gardonna. Für Amons Eltern wie für sämtliche gardonnischen Eltern war dies eher ein Vor- als ein Nachteil, denn für sie stand schon immer fest, dass auch ihr Sohn eines Tages eine Militärlaufbahn anstreben würde — und so brachten sie ihm schon früh alles bei, was sie konnten und für nützlich hielten. Er lernte das Fahren und Schießen von der Mutter, das Fliegen und Marschieren vom Vater. Mit Sondergenehmigung der zuständigen Behörde durfte Amon im Alter von sechzehn Jahren seinen ersten Flugschein für Kleinraumschiffe erwerben. Vor allem aber lernte Amon an der Kadettenschule, an der seine Eltern ihn unterbrachten, große Selbstdisziplin.

Dennoch hat Amon auch kulturelle Aspekte seiner Geburtswelt Dathomir übernommen: Ja, er ist stolz darauf, beim Korps zu dienen, und für ihn gibt es gar keine andere Möglichkeit, etwas Richtiges aus seinem Leben zu machen. Aber deshalb muss er noch lange nicht mit fast religiösem Eifer an einen Staatsgründer wie Kaiser Palpatine glauben. Er hat sich mit Billigung seiner Eltern auch mit seiner Vergangenheit beschäftigt und hat viel über Dathomir gelesen. Aus seinen frühesten Lebensjahren hat er sich am Ende doch eine sehr spirituelle Seite bewahrt, und vor allem die Geisterwelt seiner Heimat fasziniert ihn deshalb, obwohl er selbst kaum etwas darüber fand — der imperialen Zensur sei Dank. Trotzdem oder gerade deswegen ist Amon bin Sonter zwar ein hart gedrillter Offiziersanwärter beim Sturmtruppenkorps, aber im Grunde seines Herzens auch ein sehr religiöser und leider auch etwas abergläubischer Mann.

Als er alt genug für die Grundausbildung war, wurde Amon schließlich zum Panzerfahrer ausgebildet und danach, vielleicht mit ein wenig Hilfe seiner Eltern, zur prestigeträchtigen 1138. Sturmtruppenlegion kommandiert, die zu großen Teilen auf den Schiffen der elitären Dritten Flotte stationiert war. Amon wurde sogar auf das Flaggschiff versetzt, die SSD Annihilator. Kurze Zeit später bereits meuterten zahlreiche Sturmtruppen im Gefolge der verräterischen Flottenoffiziere unter der Führung von Flottenadmiral Argon; auch Amon beteiligte sich daran, weil er es nicht besser wusste. Er war eben jung und befolgte die Befehle, die er bekam, und hielt sie natürlich auch für richtig.

Wie viele seiner Brüder wurde Amon von den siegreichen "Loyalisten" in den folgenden Monaten zunächst einmal wie ein Verdächtiger behandelt, obwohl der militärische Abschirmdienst sie von jeglicher Schuld freisprach. Dennoch wurden sie nur selten zu wichtigen Einsätzen gerufen. Amon möchte aber nach wie vor Karriere machen, selbst wenn er nicht sicher sein kann, ob seine Erfolge bei der Renegatenflotte später einmal anerkannt werden. Also schluckt er seinen Zorn herunter und trainiert seit geraumer Zeit für die Aufnahme in die elitäre Einheit der Null-G-Truppen der 512. Kohorte, die Lieutenant Horrott unterstehen. Um Zusatzpunkte zu sammeln, hat er sich von befreundeten Maschinisten in der Bedienung schwerer Maschinen unterweisen lassen und seine vorhandene Pilotenlizenz von Carida erweitert, damit er auch Frachtschiffe steuern darf. Mit diesen Qualifikationen wurde er tatsächlich als Besatzungsmitglied des Piratenfrachters Nine of Staves für das Sonderkommando auf Vergesso ausgewählt und durfte in den ersten Monaten Brückendienst unter der Aufsicht von Captain Sin Re'kla schieben, was ihn sehr stolz macht. Inzwischen wurde die Piratentruppe auf die kapitale Korvette Ace of Sabres verlegt, für die Amons Pilotenschein nicht mehr ausreicht. Deshalb haben sie ihn mit den anderen Kandidaten für Lieutenant Horrotts Null-G-Truppe in einen der Entertrupps gesteckt — und Horrott selbst führt das Kommando.