Dritte Flotte

Japu

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Der Patient Japu ist trotz mehrerer schwerer Verwundungen in der Vergangenheit bei überraschend guter körperlicher Gesundheit und er sollte angesichts des von ihm selbst eingeräumten exzessiven Alkoholkonsums deutlich schlechtere Leberwerte haben, was auf eine genetische Prädisposition zur Alkoholverträglichkeit hinweist. Seiner Einsatztauglichkeit steht derzeit nichts im Wege.

Übersicht
Ererbte med. Charakteristika
  • vermutete erblich bedingt erhöhte Toleranzschwelle gegenüber Alkohol
Erworbene med. Charakteristika
  • großflächige, einfarbige Tätowierungen aus dem Milieu des organisierten Verbrechens; diese wurden zumeist mit Hilfssubstanzen ausgeführt und könnten ein langfristiges Gesundheitsrisiko darstellen
  • etliche subkutane Mikrovernarbungen nach Entfernung sämtlicher Muttermale schon zu Zeiten bei CompForce; als Begründung wurde Verdacht auf Hautkrebs infolge Strahlenexposition vermerkt
  • unzählige Narben von Verwundungen diverser Natur, insbes. drei Schuss-, zwei Stichverletzungen, evtl. auch Folter
Bioimplantate
  • Durastahlplatte im Femur s. mit 5 Schrauben infolge Trümmerbruch
  • Durastahlplatte in der Mandibula
Krankheiten und Therapien
  • Umfangreiche Hautkrebs-Prophylaxe während der Zeit bei CompForce aufgrund erhöhter Strahlenexposition; regelmäßige Untersuchungen zeiten jedoch keine Veränderung
  • Ansätze einer physiologischen kardialen Hypertrophie (durch Anpassung des Trainingsplans ausgeheilt)

Psychisches Datenblatt

Obwohl es auf den ersten Moment merkwürdig erscheinen mag, gehört Japu zu den seelisch stabilsten Mitgliedern seiner Einheit. Man trifft ihn zwar selten völlig nüchtern an, und in dem Fall ist er dann schlecht gelaunt, reizbar und unkonzentriert; aber das stört inzwischen wirklich keinen mehr, der ihn ein wenig kennt. Anscheinend konsumiert er häufig Alkohol in großen Mengen und scheint dabei doch ziemlich gesund zu sein. Gerade unter Alkoholeinfluss neigt er dazu, sich von anderen zu Streichen, Schabernack und grobem Unfug anstiften zu lassen, wird aber insgesamt eher ruhig und keineswegs gewalttätig. Seinen Kameraden zufolge kämpft er am besten, wenn er ein, zwei Bierchen intus hat. Auch mit anderen Ausschweifungen experimentiert er gern, wenn er die Gelegenheit hat: ob Party, Glücksspiel, Drogen oder Sex: ihm ist im Grunde alles recht, das ihm eine neue Aufregung verspricht oder wenigstens die Langeweile des Alltags vertreibt. Japu ist eben ein einfacher Mann mit einfachen Vorlieben. Er liebt seine Familie, seine Freunde, den Kaiser und Bier. Er mag Schlampen, Prügeleien, Flaschendrehen und Aliens, die er kennt. Geradezu süchtig ist er allerdings nach sportlicher Betätigung.

Was genau er eigentlich zu betäuben versucht, ist dabei wohl niemandem ganz klar. Über seine Kindheit redet Japu selten, aber er nennt seine Eltern ohne Spott "Papi" und "Mami" und scheint ein völlig gesundes Verhältnis zu ihnen zu haben. Fest steht aber, dass er nie der Klügste war und sich vermutlich sehr früh mit Leichtigkeit manipulieren ließ: Bei der CompForce lernte er, die Feinde des Imperiums, vor allem Nichtmenschen, zu verachten. Seine heute enge Freundschaft gegenüber dem Twi'lek Tiran Jesef und sein auch ansonsten entspanntes Verhältnis zu anderen Aliens in den Streitkräften zeigen aber, dass er diese Indoktrination überwunden hat.

Obwohl er heute nicht mehr CompForce angehört und nicht mehr an alles glaubt, was man ihn dort damals gelehrt hat, würde er sich seine Zeit dort allerdings keineswegs madig machen lassen. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, Japu richtig wütend zu machen, und eine davon ist es, schlecht über die COMPNOR zu reden. Deshalb hat er auch extrem wenig Verständnis, wenn sich irgendwelche Dummschwätzer über das gute Recht dieser wichtigen Organisation beklagen, Spione in die Truppe einzuschleusen, um eine einwandfreie Gesinnung zu gewährleisten. Was passiert, wenn keiner ordentlich aufpasst, kann man seiner Meinung nach am Beispiel der abtrünnigen Offiziere um Flottenadmiral Argon überdeutlich erkennen. Verrat ist für ihn überhaupt die allergrößte Sünde, sogar schlimmer als die Verschwendung von gutem Bier.

Japus größte Furcht ist es heute, dass er eines Tages altersbedingt oder durch Verwundung aus dem Korps ausscheiden muss und dann nicht weiß, was aus ihm werden soll. Im Grunde versteht er sowieso nicht, dass es ihn noch nicht erwischt hat. Wie viele Fanatiker sieht auch er nur seinen Tod als die einzige zulässige Möglichkeit an, um aus dem Dienst zu scheiden; allerdings ist er einer von Wenigen, die durchaus auch zugeben können, dass er vor allem nicht wüsste, was er danach noch mit seinem Leben anfangen sollte. Ob er dann heiraten würde, einfach nur, um nicht alleine zu sein? Er weiß es nicht. Auch diese prinzipielle Ehrlichkeit sich selbst gegenüber macht ihn zu einem der geistig gesünderen Menschen in seiner Einheit voll seelischer Wracks.