Dritte Flotte

Lenna Tangor costed Noltan

Lebenslauf

Frühe Kindheit

Auf Lenna Tangor costed Noltans Heimat Ord Gardonna war es üblich, dass alle Kinder, egal ob Mädchen oder Junge, zum Militär gingen. Die einen leisteten nur ihren Wehrdienst ab, anderen nutzten ihre Chance und dienten länger oder sogar ihr Leben lang. Einigen wenigen qualifizierten sich auch für Heer oder Marine des Imperiums. So war es auch Lenna vorbestimmt Soldatin zu werden. Nicht nur, weil ihre Eltern angesehen Soldaten waren, sondern auch, weil sich schon früh ihre Begabung für Sport zeigte. Sie verstand sich zwar als vier- bis achtjährige besser mit Jungs, aber dank der relativ geschlechtsunspezifischen Erziehung auf Ord Gardonna fiel dies kaum auf. Für Lenna war dies die einzige Zeit in ihrer Familie, in der sie sich völlig geborgen und sicher fühlte. Es gab nichts, worüber sie sich hätte sorgen müssen. Sie hatte viele Freunde, ihre Eltern führten eine stabile Ehe und so gab es für die Familie nur wenig, was sie auseinander bringen konnte. Zur Zeit ihrer Einschulung k onnte Lenna bereits lesen und gehörte ihre ganze schulische Laufbahn lang zu den Klassenbesten.

Schon früh wurde sie in außerschulischen Sportprogrammen eingebunden, die ihr viel Spaß bereiteten und für sie immer Erholung bedeuteten.
Sie war der Stolz der Familie und auch nach der Geburt ihrer beiden Brüder änderte sich daran nur wenig. Nur Lennas Mutter veränderte sich nach der Geburt der Zwillinge. Weil der Kaiserschnitt, der bei der Geburt notwendig geworden war, nicht optimal durchgeführt worden war, wurde sie zeugungsunfähig. Ihr Selbstwertgefühl wurde dadurch stark geschädigt und die Familienplanung, die das Ehepaar gemacht hatte, wurde damit nichtig.

Lennas starkes Interesse an der Geschichte anderer Planeten und fremder Sprachen wurde vor allem von ihrem Großvater, Kabes Jendes geret Noltan, gefördert. Er war wohlhabend genug um Lenna entsprechende Sonderkurse zu bezahlen, die sie schon als siebenjährige zu besuchen begann.

Jugendzeit

Als Lenna in das Alter kam, in dem andere Mädchen begannen ihre sekundären Geschlechtsmerkmale zu entwickeln, blieb ihre Entwicklung einfach stehen. Sie wuchs noch ein wenig, aber ihre Figur blieb kindlich. Während die anderen Kinder in ihrem Alter durch den Hormonschub der Pubertät zu körperlichen Höchstleistungen aufliefen, blieb sie auf ihrem Trainingsstand stehen. Im ersten Jahr fiel dies kaum auf, aber als die Unterschiede zwischen ihr und den anderen Jugendlichen größere wurden, wurde auch ihre soziale Anbindung schlechter. Ihre deutlich schlechteren Leistungen im Sport wurden auch von ihrem Vater und ihrer Mutter mit Missfallen und Sorge beobachteten.

Mehr unfreiwillig wurde sie damit zu einer Einzelgängerin in der Schule und auch im Familienleben. Sie flüchtete sich in ihre Bücher und lernte mehr denn je. In dieser Zeit entdeckte sie auch ihre Liebe zu pflanzen, sodass sie schon in jungen Jahren begann verschiedene Pflanzenarten zu kultivieren.

Erst als Lenna fast schon 14 Jahre alt war, beschlossen ihre Eltern sie zu einem Arzt zu bringen. Eine Diagnose konnte jedoch erst ein Spezialist für Genetik und Erbkrankheiten in einem privaten Krankenhaus stellen. Bis dahin waren vier Monate der unterschiedlichsten Arztbesuche absolviert worden. Der Arzt stellte endlich fest, dass Lenna an dem Swyer-Syndrom litt. Die Familie konnte den Schock über diese Diagnose nicht richtig verarbeiten. Das Mädchen, dem nach den ausführlichen Erklärungen des Arztes klar wurde, dass sie eigentlich als Junge hätte geboren werden müssen, zog sich nach dem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus völlig zurück. Ihre unnützen Eierstöcke waren entfernt worden, da eine erhöhte Gefahr von Tumoren bestanden hatte. Wenn sie vorher vielleicht ein wenig zurückhaltend gewesen war, so schien sie nun nur noch ein Geist zu sein.
Dank einer Hormonbehandlung, die sie bis an ihr Lebensende weiterführen musste, entwickelten sich schließlich doch typisch weibliche Geschlechtsmerkmale. Allerdings half ihr das nicht über die Gewissheit hinweg, dass sie niemals Mutter werden würde. Ihre Mutter schien von diesem Wissen und der gesamten Diagnose geradezu abgestoßen zu sein. Ihr Vater reagierte mit eine äußeren Kälte, die Lenna bis dahin fremd gewesen war. Da ihr niemand half mit der Situation umzugehen wurde sie immer mehr zur Außenseiterin, denn ein normaler Umgang mit gleichaltrigen fiel ihr plötzlich unheimlich schwer. Selbst ihr sonst so verständnisvoller Großvater konnte nicht begreifen, was Lenna brauchte.

Von diesem Zeitpunkt an waren auch ihre besser werdenden sportlichen Leistungen kaum der Erwähnung wert. Als sie einmal versuchte sich Lob on ihren Eltern einzuholen, wurde ihr von ihrem Vater sehr direkt mitgeteilt, dass er kein Interesse an ihr hatte. Es war nicht verwunderlich, dass Lenna versuchte jemanden zu finden, der ihr die Hand reichte und sich um sie kümmerte. Genau das - oder wenigstens etwas Ähnliches - fand sie bei den jungen Pionieren, die nichts anderes als die Vertretung der Sub-Adult Group der COMPNOR waren. Ihre Eltern nahmen diese Entwicklung als eher positiv auf, denn es war klar, dass Lenna niemals vom hiesigen oder einem anderen Militär aufgenommen werden würde. Trotzdem fand vor allem ihre Mutter, dass Lenna sich dadurch nicht gerade positiv entwickelte. Wenn sie mit ihren Eltern sprach, dann wiederholte sie mit untypischem Enthusiasmus die Parolen, die ihre Freunde von den jungen Pionieren ihre beibrachten.

Ihr engster Freund bei den jungen Pionieren war ein Gruppenführer namens Sarkan Nelanta costed Revik. Er war es der ihr von Anfang an das Gefühl gab willkommen zu sein. Ihr Verstand war noch leicht zu formen und so war sie bald eine inbrünstige Verfechterin der Neuen Ordnung. Sarkan fand sogar gefallen an dem jüngeren Mädchen, aber Lenna lehnte seine Versuche engeren Kontakt zu knüpfen ab. Nach nur zwei Jahren bei den jungen Pionieren bot ihr die CompForce an sich dieser anzuschließen. Für sie war das die einzige Chance eine auch nur annähernd militärische Ausbildung erhalten zu können. Ihre Eltern jedoch hielten nichts davon, dass ihre Tochter einer paramilitärischen Organisation beitreten wollte.
In einem Streit über Lennas Entscheidung bezeichnete ihr Vater sie als "Verräterin" und zum Schluss auch als "Missgeburt".
Danach war die Situation sehr gespannt und ihre Eltern fanden keine Argumente mehr um sie von ihrer Entscheidung abzubringen.

CompForce

Lennas Wille die Ausbildung bei der CompForce durchzuhalten war durch die Missbilligung ihrer Eltern nur noch mehr gestärkt wurden. Obwohl es sie sehr schmerzte, dass selbst ihre Brüder sich von ihr abwandten, war die Aussicht auf ein selbstständiges Leben außerhalb der gardonnischen Gesellschaft es wert sich zusammenzureißen.

Als Lenna ihre Ausbildung auf Ord Gardonna begann, war ihre große Hoffnung, dass diese auch das Ticket war um den Planeten verlassen zu können. Es gab für sie nichts mehr, dass es in ihren Augen wert gewesen wäre dafür zu weinen. Das einzige, was sie ständig bei sich trug, war ein Bild von ihr und ihren Brüdern. Ihre Grundausbildung bei der Assault fand noch auf Ord Gardonna statt, aber als sie dann versetzt wurde, kam niemand um sie zu verabschieden und die junge Frau fühlte sich zu diesem Zeitpunkt mehr denn je als Außenseiterin und Verstoßene. Trotzdem waren die Monate ihrer Ausbildung ihre ersten Dienstmonate wie eine Neugeburt für sie. Alte Verhaltensweisen gegenüber anderen traten wieder zum Vorschein und sie gewann ihr Selbstvertrauen zumindest in Teilen zurück.

Ihr erklärtes Ziel war es sich für Observation zu qualifizieren. Dafür nahm sie jede Tortur in Kauf. Der einzige, der sich in dieser Zeit bei ihr zumindest ab und zu meldete, war ihr Großvater. Er bestärkte sie und gab ihr Ratschläge, wenn sie sich schlecht fühlte oder beim Training verletzt worden war. Erst als ihm klar wurde, dass sich Lenna immer mehr zu einer Schlägerin und noch schlimmer zu einem Spitzel entwickelte, brach er den Kontakt ab.

Als ihre Weiterbildung für Observation abgeschlossen war, wurde ihr neues Einsatzfeld festgelegt: sie sollte als Spitzel bei der Imperialen Marine eingesetzt werden.