Dritte Flotte

Randi Lysscol

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Übersicht
Erworbene med. Charakteristika

Zahlreiche Piercingmarken, großflächige Tätowierungen am ganzen Körper, darunter:

  • eine verunstaltete Gummiente in einer blutigen Badewanne mit einer schemenhaften dunkelhäutigen Toten unter Wasser
  • zu Füßen der Badewanne ein erschossener, blutüberströmter Horrorclown und der Leichnam eines erschlagenen Kindes
  • auf ihrer Schulter ein junges Mädchen (fast noch ein Kind), das von einem Halbdutzend verkrümmter Schreckensgestalten misshandelt und gefoltert wird (Cover-up für ein älteres Gefängnistattoo, von Karva Selloinne umgesetzt)
  • auf ihrem Unterschenkel ein halb-skelettierter Mädchenzombie in Tütü und Spitzenschuhen bei einer Ballettprobe.

Die Tätowierungen verhüllen teilweise starke Narben und andere Misshandlungsspuren aus der Kindheit der Patientin, v. a. am Rücken.

Krankheiten und Therapien Behandeltes Abhängigkeitssyndrom (Andris) mit geringer Rückfallwahrscheinlichkeit

Psychisches Datenblatt

Frau Randi Lysscol ist eine leidenschaftliche, brutale Kämpfernatur, die zwar einstecken kann, aber noch viel lieber austeilt. Wenn ihr jemand wehtut, möchte sie auch demjenigen wehtun. Obwohl sie im Sinne der Neuen Ordnung erzogen wurde, steht sie nichtmenschlichen Völkern nicht prinzipiell feindselig gegenüber und stellt ihre Freundschaft mit einigen nichtmenschlichen Kameraden, z. B. einer gewissen Susi Nargees (vom Volk der Mirialan), durchaus über Linientreue. Dank ihrem derben Humor findet Frau Lysscol auch nicht viele Freunde, weshalb sie ziemlich empfindlich ist, wenn jemand diese Wenigen schlecht behandelt. Das Leiden von Leuten, die ihr egal sind, ist ihr dann allerdings auch egal.

Abgesehen von einer unübersehbaren Faszination für Körperschmuck ist Randi Lysscol auch anderen Suchtgefahren erlegen: sie trinkt zwar nicht exzessiv, ist aber schon "gut geeicht", wie sie selbst sagen würde. Abgesehen davon wäre sie wohl gern eine Gesundheitsfanatikerin: Sie achtet ein wenig darauf, was sie isst (beispielsweise lebt sie vegetarisch und bevorzugt sogar vegane Kost) und versucht seit Jahren, vom Rauchen loszukommen; Letzteres aber eindeutig nicht ernsthaft genug. Die nächste Kippe ist angeblich immer die letzte. Losgekommen ist sie dafür immerhin von der illegalen Droge Andris, obwohl sie ständig in der Angst vor einem Rückfall lebt.

Zwischen ihrer rauen Schale und ihrem harten Kern versteckt sich irgendwo aber auch ein ganz normales Mädchen. Randi steht beispielsweise auf "typische Frauengetränke" wie Schaumweine, mag hübsche Kleider (obwohl sie ihr meistens nicht stehen, wie sie selbst findet) und hat als Kind gern Ballett getanzt, bis ihr heranwachsender Körper sie aus dem Gleichgewicht brachte, wie sie sagt. Vielleicht geht ihre weibliche Seite sogar bis hin zu ganz normalen Mädchenträumen: bisweilen legt sie geradezu mütterliche Tendenzen an den Tag. Dabei ist ihre geschlechtliche Identität womöglich noch ungeklärt: Gynäkologische Untersuchungen lässt sie generell nur nach Verabreichung milder Sedativa überhaupt zu. Auch in ihrer Umgangssprache fallen bestimmte Formulierungen auf, die darauf hindeuten, dass sie sich in eine Geschlechterrolle hinein gezwungen sehen könnte, und dass sie an sich selbst gewisse Erwartungen stellt, die nicht mit ihren tatsächlichen, intimen Wünschen übereinstimmen.