Dritte Flotte

Dr. med. Jalaila Tarin

Lebenslauf

Geburt

Ort: Universitätsklinikum Imperial City
Zeitindex: 170412 v. E.

Jalaila Tarin wurde 170412 v. E., zehn Jahre nach dem Ende der Klonkriege, auf Imperial Center in Imperial City geboren. Sie erblickte das erste Tageslicht im Central Hospital, zwei Wochen früher als eigentlich erwartet. Ihr Vater, Ray Tarin, war Arzt an diesem Krankenhaus, jedoch bei der Geburt aufgrund einer Geschäftsreise nicht anwesend. Erst zwei Tage später hatte er die Gelegenheit, sein zweites Kind in den Armen zu halten. Es war übrigens die Mutter, die sich den Namen Jalaila wünschte, denn schon als Kind hatte sie sich vorgenommen, ihre erste Tochter nach dem schönsten Mond Iegos, Jalaila, zu benennen. In Anlehnung daran trägt Jalailas jüngere Schwester ebenfalls den Namen eines der eintausend Monde Iegos, nämlich Isa.

Die Familie Tarin stammt ursprünglich aus Pols Anaxes, der Hauptstadt des Stadtplaneten Anaxes. Jalailas Großvater väterlicherseits jedoch zog es vor, nach Coruscant umzusiedeln, um an der republikanischen Universität ein Medizinstudium zu beginnen. Daher verlegte die halbe Sippe ihren Wohnsitz nach Coruscant, wo zwanzig Jahre später auch Jalailas Vater Medizin studierte. Die Tarins bestanden seit jeher auf einer sehr guten Erziehung der Kinder und das änderte sich auch nicht, als Ray eine einfache Frau von Tatooine ehelichte. Melya, so hieß Rays Frau, hatte im Raumhafen von Bestine einfache interstellare Transaktionen verwaltet und den jungen Arzt etwa fünf Jahre nach der Gründung des Imperiums in eben diesem Raumhafen kennen gelernt. Die beiden heirateten in den letzten Wochen der alten Republik.


Beginn der Schulausbildung

Zeitindex: 240606 v. E.

Wie bereits Joan, Jalailas älterer Bruder, wurde das kleine Mädchen bereits vor der Schule geistig stark gefordert und so war es kein Wunder, dass sie in frühen Schuljahren durch exzellente Noten auffiel. Sie begann ihre Schulausbildung an einer zentralen Grundschule Imperial Citys. Jedoch war ihr Vater mit der Schule nicht zufrieden, weil sie ihm nicht streng und anspruchsvoll genug war. Zudem störte er sich an der hohen Indoktrination, die an den imperialen Grundschulen herrschte. Ray war kein offener Feind des Imperiums, das war ihm zu gefährlich, aber es missfiel ihm, dass den Kindern von früh an die Fähigkeit genommen wurde, ein eigenständiges Bild des Systems und ihrer Umwelt zu machen. So war im ersten Schuljahr bereits klar, dass das kleine Mädchen bald die Schule wechseln würde. Dennoch schloss sie mehrere enge Freundschaften in dieser Schule, die Jahre später noch relevant werden würden. Besonders befreundet war sie mit Lorann Gian, dem Sohn eines hohen Richters auf Imperial Center, mit dem sie viel ihrer Freizeit verbrachte. Diese Freundschaft sollte später noch immense Bedeutung und Konsequenzen für Jalailas Leben haben.


Von Schule zu Schule

Nach dem Willen ihres Vaters wechselte das Mädchen nach nur einem Jahr die Schule, führte ihre Schulausbildung auf der IAC fort, einer angesehenen Privatschule. Dort, so hoffte Ray, würde Jalaila einerseits eine bessere Ausbildung genießen können und andererseits der Indoktrination entkommen. Viel erreichte er aber jedoch nicht, auch die IAC zeigte sich systemtreu und erzog die Kinder ganz nach dem Willen des Imperators.

Jedoch blieb Jalaila auch nicht lange an der IAC, denn es zeigte sich, dass sich Ray finanziell etwas übernommen hatte. Das Gehalt eines Arztes reichte nun mal nicht aus, um die extrem teure Privatschule zu bezahlen. Hinzu kam, dass seine zweite Tochter, Isa, ebenfalls mit der Schule begann, was die finanzielle Situation nicht gerade verbesserte. Als der Zeitpunkt erreicht war, an dem Jalaila die nächsthöhere Schulstufe erreichte, verließ sie die IAC um wieder an einer staatlichen Oberschule weiterzulernen. Ray ärgerte sich zwar vor allem über die politische Bildung in dieser Schule, die seines Erachtens völlig verzerrte Tatsachen vermittelte, aber ihm blieb nichts anderes übrig. Wie sehr diese Art der Wertevermittlung funktionierte, erkannte er am Verhalten seines Sohnes, der im Gegensatz zu ihm völlig systemtreu geraten war. Ray war, wie gesagt, kein besonderer Freund des Imperiums, jedoch wagte er es aus Rücksicht auf seine Familie niemals, öffentlich die Stimme zu erheben oder politisch aktiv zu werden. Zu viel Verantwortung lastete seiner Meinung nach auf seinen Schultern.


Der Fall des Imperiums

In den nächsten vier Jahren passierte nicht viel im Hause Tarin. Jalaila kam in der neuen Schule ganz gut zurecht, sowohl was die Leistungen als auch die sozialen Kontakte anging. Das Mädchen entwickelte sich zu einer sehr offenen, freundlichen und hilfsbereiten Person, die dennoch ihren Kopf durchzusetzen wusste, ein Charakteristikum, das sie zum Verdruss ihres Doktorvaters später immer noch aufwies. Ein fröhliches Widersehen gab es mit Lorann Gian, dem Richtersohn, da die beiden nun wieder die gleiche Schule besuchten.

Zuhause entwickelte sich ihr Vater immer mehr zu einem Gegner des Imperiums, der aber seine Meinungen und seine Freude über den Aufstieg der Rebellen-Allianz immer noch lieber für sich behielt. Dennoch, so ziemlich jeden Abend gab es ewige Diskussionen zwischen ihm und Joan, der immer mehr mit dem Gedanken spielte, ein Studium bei der Armee zu absolvieren. Bei diesen Diskussionen mischte sich Jalaila selten ein, denn ehrlich gesagt interessierte sie sich recht wenig für Politik. Als das Imperium die Schlacht bei Endor verlor und Imperator Palpatine den Tod fand, ging Ray, zur Empörung seines Sohnes, auch auf die Straßen, um dieses Ereignis gebührend zu feiern. Immerhin war er umsichtig genug, sich dabei nicht erwischen zu lassen.

Einige Tage später eskalierte die Situation in der Hauptstadt jedoch: Der große Sieg der Rebellen auf Endor und der Tod von Palpatine und seinem Vertreter, Darth Vader, ließen Chaos in der imperialen Struktur ausbrechen. Die Streitigkeiten zwischen den einzelnen Handlangern des ehemaligen Imperators verschlimmerten die aufständische Einstellung der Bevölkerung Imperial Centers. Nach endlosen, eigentlich strikt verbotenen Siegesfeiern, bei denen die Regierung zunächst nicht einzuschreiten wagte, brachen teilweise Straßenkämpfe mit imperialen Patrouillen aus. Besonders die Sektoren, die von Nicht-Humanoiden bewohnt wurden, verwandelten sich in Orte des Chaos. Die Regierung griff letztendlich durch und schlug den kleinen Aufstand mit aller Gewalt und Brutalität nieder.

Jalaila hat aus dieser Zeit nur negative und erschreckende Erfahrungen zurückbehalten: Auch in ihrem, eigentlich relativ vornehmen Sektor kam es zu Übergriffen und selbst in ihrem Wohnkomplex lieferten sich wütende Quarren, Bith und Chagrianer blutige Kämpfe mit den imperialen Truppen. Von ihrer Wohnung aus beobachtete Jalaila, wie imperiale Sturmtruppen ganze Gruppen von Zivilisten zusammentrieben und auf offener Straße niederschossen Letztendlich dauerte der Notstand in Imperial City an die zwei Wochen, bevor ein einigermaßen geregeltes Leben wieder Einzug hielt.

Politisch gesehen bedeuteten die nächsten zwei Jahre vor allem Instabilität: Die Kriegsfürsten des Imperium begannen sich zu zerstreiten und verfolgten zum Teil ihre eigenen Pläne. Somit war es kein Wunder, dass Zwei Jahre nach dem Debakel von Endor, Imperial Center in die Hände der sogenannten "Neuen Republik" fiel.

Besonders viel bekam die Familie Tarin von der Einnahme des Stadtplaneten gar nicht mit, nur, dass von einem Tag auf den anderen überall die Flaggen der Allianz bzw. der Neuen Republik wehten. Jalaila war brüskiert, als ihr Vater auf die Ankunft der "Feinde" mit einem Ausbruch an Freude reagierte. Jalaila, nun schon siebzehn Jahre alt und eine attraktive junge Frau, hatte sich mit den Ideologien des Imperiums längst abgefunden, mit denen sie aufgewachsen war. Besonders wegen ihres systemtreuen, alten Schulfreundes Lorann, der nun etwas mehr als nur ein bloßer Freund geworden war, hielt sie am Imperium fest.

Bis zur Schlacht von Bilbringi tat sich wenig im Hause Tarin, abgesehen von den Aufständen wegen des Krytos-Virus, das auf Coruscant für Trubel sorgten. Doch Jalaila gewöhnte sich schnell an das Leben in der Republik, getröstet von dem Gedanken, dass das Imperium abermals zurückschlug: Die Neuigkeiten von den stetigen Siegen eines geheimnisvollen Großadmirals wurden allseits als Katastrophe gesehen, und ihr Vater spielte bereits mit den Gedanken, Coruscant zu verlassen, stieß aber bei seiner Frau und seinen Kindern nur auf Unverständnis.


Imperialer Schulabschluss

Zeitindex: Jahre 05/06 n. E.

Kurz vor Jalailas Schulabschluss erlitt die Republik bei Bilbringi eine vernichtende Niederlage und dem Imperium war der Weg nach Coruscant geebnet. Mit Freuden empfing Jalaila die Ankunft der imperialen Truppen, die den Planeten wieder in Imperial Center umtauften. Zusammen mit Lorann konnte sie so den Schulabschluss unter imperialen Gesetz absolvieren und stach durch exzellente Noten hervor, wie man es in den letzten Jahren bereits von ihr gewohnt war.


Studium und Promotion

Den Spuren ihres Vaters und Großvaters folgend, begann Jalaila ein Medizin-Studium, während ihr Lebensgefährte Lorann es ihr gleich tat und den Beruf des Vaters erlernte. Auf Imperial Center, beziehungsweise Coruscant, gab es neben der zentralen Universität mehrere ebenfalls exzellente private Hochschulen, die ein Medizinstudium anboten, und so tat sich Jalaila zunächst schwer, sich zu entscheiden. Ihr Vater plädierte für die Freie Universität Imperial City (FUIC), eine zwar kleine und unbedeutende private Hochschule, die aber wegen ihrer exzellente Absolventen hervorstach (zu denen sich Ray, in aller Bescheidenheit, ebenfalls zählte). Die Idee missfiel Jalaila jedoch, da die Dozenten vom imperialen Standpunkt aus als sehr "Liberal" verschrien waren, was wiederum das Bestreben des Vaters, seine Tochter dort unterzubringen, erklärte.

Letztendlich begann sie ihr Studium wie die meisten Studenten an der Universität von Coruscant, der galaxisweit größten Hochschule. Zu Beginn fiel es der jungen Frau schwer, an die sehr guten Leistungen der Schule anzuknüpfen, denn das Studium der Medizin an der Universität hatte es in sich. Trotz der Größe und der gigantischen Anzahl an Studenten war der Studienplan straff und gut durchorganisiert. Nach zwei Jahren absolvierte sie dennoch das Physikum mit guten bis sehr guten Noten und schlug den relativ wenig besuchten Studiengang allgemeine und spezifische Neurologie mit der Spezialisierung auf Mensch, Twi'lek, Bith und Chiss ein. Das Volk der Chiss waren erst mit Großadmiral Thrawn einer breiteren Bevölkerung bekannt geworden, und so faszinierten diese viele systemtreue junge Menschen, und so auch Jalaila.

Etwa zu dieser Zeit begann auch Jalailas Begeisterung für die Armee. Ihr älterer Bruder, Joan, war zum Schrecken des Vaters bereits vor zwei Jahren in die Streitkräfte eingetreten und diente als Offiziersanwärter einer Bodenaufklärungstruppe auf Anaxes. Im Laufe des Studiums spielte Jalaila angesichts der militärischen Erfolge des Imperiums oft mit dem Gedanken, sich später freiwillig zu melden. Nur Lorann, der Jalailas Idee als "absurd" bezeichnete, vertrieb ihre Gedanken an die Marine zunächst.

Mit zweiundzwanzig Jahren, zehn Jahre nach dem Debakel von Endor, beendete Jalaila ihr Studium mit wiederum sehr guten Leistungen frühzeitig, blieb jedoch an der Universität, um die einjährige Promotion zu erfüllen. Aufgrund einer engeren Bekanntschaft mit einem der Dozenten bekam sie ein vielversprechendes Angebot, ihre Doktorarbeit im Zusammenhang mit der "Machtempfindlichkeit" einiger Wesen zu schreiben. Obwohl vom System verleugnet und verpönt, mussten selbst die systemtreuesten Ärzte und Politiker hinter vorgehaltener Hand zugeben, dass es gewisse Personen gab, die unerklärliche geistige Fähigkeiten hatten. Sie beteiligte sich also an einer größeren wissenschaftlichen Arbeit, die sich mit der Hirnaktivität und dem Nervensystem bei bestimmten machtempfindlichen Lebewesen beschäftigte, ein Thema, das ebenso interessant wie ungern gesehen war. Der gesamte Forschungsplan und -zweck wurde ihr gar nicht erst erläutert, weswegen sie schlussfolgerte, dass das Projekt entweder militärischer Geheimhaltung unterlag oder es sich um ein firmeninternes Projekt handelte.

Wie auch immer, Jalaila führte ihre Untersuchung im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch, obwohl sie sich über die Geheimniskrämerei ärgerte. Nur aus Befürchtung, ihre Arbeit könne annulliert werden akzeptierte sie stillschweigend die widrigen Umstände ihrer Forschung. Jalaila war eigentlich Atheistin, glaubte also an keinerlei übernatürliche Mächte, schon gar nicht an welche, die an irgendwelche lächerlichen Gottheiten gebunden waren. Jedoch musste auch sie zugeben, dass machtempfindliche Wesen eben doch diese unerklärlichen Kräfte besaßen. Für Jalaila waren sie aber nichts anderes als angeborene Anomalien, die es wissenschaftlich zu erklären galt. Des weiteren beschäftigte sie sich mit dem medizinischen Nutzen der neu gewonnen Erkenntnisse. Mithilfe der Ergebnisse entwickelte sie zusammen mit einem anderen Doktoranden ein Grundprinzip, um gewisse Erscheinungen von Altersdemenz zu verlangsamen oder gar zu verhindern. Einige interessante Fakten waren das Ergebnis ihrer Arbeit und ein exzellenter Abschluss und die Verleihung ihres Doktortitels das Ergebnis ihrer Mühen. Ihr hätten nun Tür und Tor offen gestanden, doch Jalaila hatte gar nicht die Intention, weiterhin auf Imperial City zu bleiben.


Eintritt in die imperiale Flotte

Ihr Vater war bestürzt, als sich nach seinem Sohn auch noch seine Tochter dazu entschloss, den Dienst bei der imperialen Flotte zu beginnen. Ausschlaggebendes Argument war wohl die Trennung von ihrem Lebensgefährten Lorann, der es nach sechs Jahren Beziehung vorzog, eine Adlige von Corellia zu ehelichen. Außer ihren Eltern widersprach ihr nun aber niemand mehr, den Plan in die Tat umzusetzen. Sie wollte ein wenig Bewegung in ihr Leben bringen und Abenteuer erleben, so wie es ihr Bruder tat. Die Kritik von Seiten der Eltern ignorierte sie, denn von ihrem Vater war sie nichts anderes gewohnt, und ihre Mutter war schon immer theatralisch veranlagt gewesen. Mit nun vierundzwanzig Jahren bewarb sie sich also für die angesehene Offizierslaufbahn bei der Raumflotte und ihr Studium gewährleistete eine sofortige Aufnahme.