At the Star Wars Cantina

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Vykk

At the Star Wars Cantina

Beitragvon Vykk » 15. Februar 2007 10:35

Genau an dem Punkt, der am weitesten vom hellen Zentrum der Galaxie entfernt ist, sitzt ein junger, kräftiger Mann, mit schwarzen zerzausten Haaren und schwitzt in der Hitze, die die Doppelsonnen auf die Oberfläche werfen. Er trägt den orangen Overall, der zum Markenzeichen der Piloten der Republik geworden ist, nur dass er ihn bis zur Hüfte runter abgeschält hat und seinen Oberkörper nur mit einem schwarzen Unterhemd bedeckt. Die Haut auf den Armen und im Nacken ist stark gebräunt und scheinbar an die Sonne gewöhnt. Jedenfalls von einem Arm konnte man das sagen, der andere war gerade tief in einem X-Wing Getriebe vergraben und wenn er wieder zum vorschein kam, war er von oben bis unten mit dunklem, schmierigem Öl bedeckt.
„Hey Cole, wieder Probleme mit deinem Schiff?“
Cole sah von der Reparatur auf und blickte mit seinen schmalen gelben augen, dem einzige hinweis dass er eventuell kein rein menschlicher Abkömmling war, auf die junge Bothan, die so eben den freiluft Hangar betreten hatte.

„Der verfluchte Sand… gibts hier denn irgendwas anders? Was machen wir hier überhaupt?“ die Resignation in seiner stimme war nur zum teil gekünstelt.
„Nicht die Leier schon wieder, wie lange brauchst du denn hier noch?“
Cole murmelte irgendwas in seinen kurzen, dunklen Kinnbart bevor er den Arm aus der Maschine holte und eine handvoll öligem, schlamigem Sand auf den Boden warf.
„Nicht mehr lange, bin schon mit schlimmeren fertig geworden“ im gegensatz zu den meisten Piloten verstand Cole nicht nur was er am Steuerknüppek zu tun hatte, sondern auch was seine Handgriffe bewirken. Er verstand die mechanischen und physikalischen Abläufe im inneren seines X-Wings und wurde so schnell eine art Aushilfsmechaniker unter den Piloten.

„Selber schuld, es zwingt dich ja niemand dazu dauernd zwischen den Dünen und Schluchten dieses Sandballs durch zu breschen.“ Gespielte vorwürfe schwangen in ihrer Stimme mit und sie kannte seine antwort genau.
„Irgendwas…“
„…muss man ja tun, jaja!“ nahm sie ihm das Wort ab.
„Jetzt komm, mach hier fertig und zieh dir was an, wir gehen in die Stadt. Rat Leader gibt einen aus.“
Cole musste unweigerlich grinsen als seine Kollegin den Codenamen erwähnte dem sie den Staffelführer verpasst hatten. Tatsächlich war der Rufname der X-Wing Staffel WX-181, doch auf grund der trostlosen Situation auf dem Planeten und einer heimischen Tierart, hatte die Staffel bald begonnen sich selbst als Wompratten zu bezeichnen. Und als anspielung auf eine weniger erfolglose Staffel hatten sie sich selbst Rat 1 bis Rat 12 genannt.

„Wohin solls denn gehen? Nicht nach Anchorhead hoff ich, ist viel zu heiß für den langen Flug!“
Die junge Bothan grinste und entblößte dabei eine reihe sauberer, spitzer Zähne.
„Dir ist heiß? Dein Körper ist nahezu Haarlos wie bei einer sullustaniscehn Natter, also hör auf zu jammern. Ausserdem gehts nach Mos Eisley.“
„Mos Eisley, also? Das dürfte interesant werden.“ein schiefes lächeln schlich sich auf Coles gesicht. „ich mach hier nur schnell fertig und treff euch später draussen.“
„Ist gut, vergiss deinen Blaster nicht, du kennst die Leute in der hiesigen Cantina!“
Coles lächeln wurde breiter.
„Ich dachte genau deshalb gehen wir dahin!“

Später

Cole tippte mit seinen schweren Militärstiefeln auf dem boden, zum takt der Jizzband die gerade ihr sortiment an altbekannten Liedern raus haute. Nicht sehr orginell, aber die Art von Musik die in schmuddeligen Lokalitäten oder Aufzügen immer funktionierte. Er war an die bar gelehnt, trug jetzt eine helle Freizeithose aus leichtem Stoff und ein ärmelloses Hemd. Die Arme waren sauber und das zerzauste haar war etwas in ordnung gebracht worden. Naja es wurde zumindest versucht. Cole's Blick quer durchs lokal eröffnete ihm die Szenerie für die diese ganz spezielle Bar berühmt war. unterschiedlicher konnten die Gäste, die sich in der dunklen rauchigen atmosphäre aufhielten gar nicht sein. Er sah kleine unaufhörlich quietschnde Javas, Säufer, Raumfrchter Piloten, welche die er auf 3 klicks entfernung als Schmuggler identifizieren konnte, Händler und er war sich sogar sicher einen sehr bekannten kopfgeldjäger identifizieren zu können.

Nach wenigen Augenblicken war der schweinsnasige Mann an der Bar fertig und überreichte Cole ein Tablette mit mehreren Getränken, die in den unterschiedlichsten Farben strahlten. einige rauchten, einige blubberten und andere glucksten. Er nahm die seltsamen spirituosen an sich und balancierte sie Quer durch das lokal zu den drei tischen, an dem Die Wompratten Staffel Platz genommen hatte. Beinahe hätte er einmal alles fallengelassen als er über den seltsamen wulstigen tentakel eines Aliens stolperte, welcher am Boden lag. Der Alien verwünschte Cole sofort in einer ihm unbekannten Sprache und der junge Pilot grinste nur und ging weiter. Auch seinen Staffelkameraden war das geschen nicht unendeckt geblieben und so zeigten sie schon auf ihn und auch wenn er wegen der musik nichts hörte, wusste er das er das ziel ihrer nächsten Witze war.

"So, hier habt ihr" komentierte er das abstellen des tabelttes "Was für ein Glück das diese Bar scheinbar spezialisiert ist die härtesten Geträke aus jeder Ecke der galaxie zu besitzen. Einige der Dinge konnte ich nicht mal aussprechen." Die Piloten griffen alle zu und liesen sich ihre Drinks schmecken. Cole selbst nahm sich einen corellianischen Whiskey, DAS getränk für berühmte Piloten wie er wusste, und nahm wieder neben Blur'te, seinem bothanischen Wingman, Platz. er prostete ihr zu und beschloss dann noch ein wenig die Bar auszu forschen. Wieviele Geschichten, Abenteuer und Kuriositäten sich hier wohl befanden. Oder wenn die Wände dieser Spelunke gar erzählen könnten was hier schn alles geschehen ist. Auf einem Planeten, der zu 98% wohl aus Sand und Ödnis bestand, war diese Bar, nahe des Spaceports, die große Ausnahme.
Schade das es heute abend anderst ist, dachte Cole bei sich und nahm einen Schluck von seinem Getränk bevor er lachend in die Scherze seiner kameraden einfiel.
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Beitragvon Cay » 15. Februar 2007 12:06

<b>OOC:</b> Da der gute Vykk und meine Wenigkeit aus einem Bereich von Star Wars kommen, wo wir in Foren die Post rausgelassen haben, wollten wir einfach mal der Nostalgie halber ein Spielchen hier starten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil eurem Forum etwas mehr Spiel sicherlich nicht schaden kann und vielleicht auch andere Leute motiviert mitzuspielen :)

Das Spiel selber spielt, schätzungsweise, kurz nach der Yavin-Geschichte und halt im Galaktischen Bürgerkrieg, wie man ihn so kennt. Ich hoffe es stört sich niemand daran, dass wir hier die "Regeln" des Battlefields etwas beugen und mehr nach dem spielen, was wir so aus unserer Community mitgenommen haben :) Wir erwarten natürlich keine Bewertungen, Beachtungen oder etwas in die Richtung - wir wollen nur etwas unsere Phantasie ausschütten ;)

Falls jemand Lust hat einzusteigen - nur zu *g*

____________________________________________________________

"Warnung", sprach eine ruhige, angenehme, computersynchronisierte Frauenstimme. "Warnung. Hüllenbruch auf Deck 3. Lebenserhaltungssysteme auf Deck 3 sind überlastet. Abschottung angrenzender Sektionen wird eingeleitet. Sämtliche Passagiere werden gebeten Ruhe zu bewahren und dem Sicherheitsprotokoll zu folgen." Die Stimme wiederholte sich. Gemächlich, gelassen, so, als wäre alles in großer Ordnung. Doch dass der Passagierkreuzer gerade auseinanderbrach und in der Atmosphäre eines Planeten verglühte, schien in der Stimme des Computers kaum durchzuklingen. Alles schien in bester Ordnung, solange man den Sicherheitsprotokollen vertraute.

Adaon verzog sein Gesicht. Sein Blick wanderte auf eine große Anzahl von technischen Abfolgen, die in Form von Lichtern, Statistiken und Zahlen an die Geräte der Krankenstation projiziert wurden. Er hatte sich das Reisen durch die Galaxis immer anders vorgestellt. Zwar aufregend, stürmisch, beinahe heldenhaft, aber niemals in so krasser Verbindung mit dem Tod. Er blickte nur knapp auf, als die angenehme Frauenstimme erneut etwas von Abschottung und Hüllenbruch erzählte. Ein sanftes Kopfschütteln begleitete das Verstummen der Stimme. Als Mediziner konnte er nur erahnen, wie viele Menschen auf Deck 3 stationiert waren, aber das Herausschleudern in den tödlichen Raum überforderten selbst seine Talente als Mediziner.

Vor zwei Jahren hatte er mit Stolz von sich behaupten können, dass er einen der schwierigsten Kurse der medizinischen Hochschule auf Vegell absolviert hatte. Er hatte sich durchgebissen, nicht zurückgeblickt und sein Antrieb waren weder Ruhm oder Bestätigung gewesen, sondern einfach die Hoffnung Menschen durch mehr helfen zu können, als einfach nur mit einer Waffe in einen Krieg zu ziehen, der so endlos lang und ermüdend schien. Und er hatte vielen Menschen geholfen. Zuerst auf Vegell, seiner über alles geliebten Heimat und dann als Streuner durch die Galaxis. Aber das wirkte immer dann, wenn er Menschen nicht helfen konnte, so unendlich lange her und so klein und unnütz im Vergleich zu dem, was er noch hätte machen können. Und das war wieder einer dieser Momente. Er kannte kein Gesicht, welches auf Deck 3 ein Zuhause besaß, aber die Vorstellung von gesichtslosen Leichen, die durch den kalten Raum trieben, ließ ihn schaudern. Er richtete den Blick erneut auf die medizinischen Instrumente vor sich und kontrollierte die Lebensdaten.

Das Deck wurde erschüttert. Instinktiv drehte sich Adaon zum Gang herum, der an der Krankenstation vorbei lief und einzig durch eine große Glaswand von seinem Arbeitsbereich getrennt wurde. Rotes Licht, gepaart mit dem immerzu erklingenden Alarm tauchten das Ambiente in etwas unechtes und tödliches ein. Zwei Soldaten verzierten das Bild, als sie panisch einen dritten Soldaten hinter sich herzogen und versuchten irgendwelche Kommandos von der Brücke zu befolgen. Hinter ihnen rannten Zivilisten, die ihr Leben in das der Soldaten legten. Adaon fröstelte wieder. Es schien auf einmal kälter zu werden. Ruhe, ermahnte sich Adaon. Es brachte niemandem hier etwas, wenn der einzige Arzt an Bord in Panik geriet. Es gab noch viel zu tun.

"Doktor?" erklang eine Stimme neben Adaon. "Doktor? Alles in Ordnung?"

Die beiden anderen Schwestern hatte Adaon schon sehr früh entlassen. Als der erste Bruch auf Deck 3 stattgefunden hatte und sich durch das Schiff zog, war es seine Pflicht gewesen jene zu entlassen, deren unmittelbare Präsenz nicht mit dem Schicksal des Schiffes verknüpft waren. Adaon konnte zwar jede Hand gebrauchen, um den einen Bacta-Patienten und die drei Verletzten transportfähig zu machen, aber er hatte in den Jahren als Mediziner gelernt Prioritäten zu setzen. Düstere Prioritäten, die er niemand Anderes zumuten wollte. "Gehen sie bitte", sprach er weiter und vermied es seiner treusten Schwester in die Augen zu blicken. Das stockende "Danke" war alles, bevor die Tür zur Krankenstation sich öffnete und Adaon mit seiner Arbeit allein war.

Nun war er alleine. Er trat auf ein Steuerpult zu und überprüfte die Lebenserhaltungsfunktionen der einzelnen Bettstationen. Er hatte einen Eid geleistet. Einen Eid das Leben in der Galaxis zu schützen und zu retten. Viele hatten diesen Eid belächelt, war sie doch eher ein altes Relikt in dem Berufszweig und eine Verständlichkeit. Adaon hätte damals, als er ihn geschworen hatte, niemals angenommen, dass sich dieser Eid als so gefährlich erweisen würde. Gefährlich für sein eigenes Leben. Er drückte einige Knöpfe. Die Konsole bestätigte seine Eingabe und die Vitalwerte des vordersten Patienten blieben stabil.

Kurz darauf donnerte es wieder. Ein Kreischen, wie reißendes Metall, quälte seine Ohren. Er verzog das Gesicht vor Schmerzen, als er sich der neuen Kälte bewusst wurde, die an seinem Körper zerrte. "Warnung", erklang die Stimme wieder. Adaon rannte auf den nächsten Patienten zu. Er zog einen kleinen Perfusor hervor und drückte ihm den Patienten vor sich gegen den Arm. Das von Schmerzen verzerrte Gesicht wurde langsam friedlicher. Die Daten, die an der Patientenkonsole vorbei zogen, sprachen medizinische Bände. "Hüllenbruch auf Deck 4. Die Passagiere von Deck 4 werden aufgefordert sofort die Bereiche zu evakuieren und sich in den Decks 8 bis 10 zu sammeln. Die Evakuierung wird eingeleitet. Ich wiederhole..." Dann donnerte es wieder - noch stärker. Und der Boden unter Adaons Füßen begann zu vibrieren, als würde ihn nur noch wenige Meter Stahl vom kalten Weltraum trennen. Und er wusste, dass es so war.

Adaon öffnete die Augen.

Er gähnte erschöpft, als er sich vergewisserte, dass er immer noch auf dem gleichen Planeten war und sich immer noch in derselben Spelunke befand, in die er vor wenigen Stunden abgestiegen war. Die Hitze brannte förmlich in seiner Kehle. Tatooine war mit das Übelste an Planet, was er in all der Zeit seiner Wanderschaft besucht hatte und er war sich sicher, dass er - nachdem er von hier verschwunden war - sobald nicht wieder zurückkehren würde. Er blinzelte die Müdigkeit aus den Augen und sein Blick glitt über die Schar von Figuren, die sich um einige Tische versammelt hatten und gerade eine Vielzahl an Getränken serviert bekam. Er konnte sich nicht einmal mehr erinnern, ob sie schon vor seiner Tagträumerei dort waren oder nicht.

Er fingerte an der Seitentasche seiner Pilotenmontur herum, die mit den republikanischen Abzeichen der Medizinischen Galaxie-Vereinigung bestickt war. Das gab ihm auf manchen Planeten die Immunität eines Arztes, aber in den meisten Teilen der Galaxis, wo er sich herumtrieb, war es nicht mehr als ein nettes Zeichen, welches nette Kerle anlockte, die ihm höchstens das Gesicht abreißen wollten. Also kaum zu gebrauchen. Er hatte gehört das manche Ärzte der Republik auf imperialen Welten sogar ohne Vorwarnung erschossen wurde. Wenn er es sich recht überlegte, war es vielleicht keine so gute Idee gewesen diese Abzeichen an seine Pilotenmontur zu heften.

Seine Finger zogen eine kleine Ampulle aus der Seitentasche. Mit einem geübten Griff öffnete er die Ampulle und ließ zwei Kapseln auf seine offene Handfläche rollen. Zwei blaue Kapseln, deren Sinn wohl jedem Beobachter verborgen bleiben würde. Aufputschmittel. Keine sehr löbliche und gesunde Einstellung, aber ohne diese kleinen Pillen hätte er die letzten 72 Stunden sicherlich nicht überlebt. Er kippte die Kapseln mit dem Wasser herunter, was schon seit geraumer Zeit neben ihm stand und einen ranzigen Beigeschmack bekommen hatte. Adaon verzog das Gesicht. Er würde sich in wenigen Minuten besser fühlen. Die Mittel wirkten schnell. Sein Herz würde rasen. Sein Puls würde beschleunigen. Das waren eben die typischen Merkmale von dem Zeug. Müde rieb er sich die Augen und ließ seinen Blick erneut durch die Kneipe wandern.
Vykk

Beitragvon Vykk » 16. Februar 2007 09:15

Die Durastahlplatte der Cantinatüre fuhr mit dem typischen Sauggeräusch in die Höhe und das grelle Ttageslicht des Wüstenplaneten fiel ins Innere. Nicht weiter aufregend, wäre da nicht diese etwas zu lange Pause gewesen, bevor schlussendlich jemand eintrat. Einige der Staffelpiloten im hinteren Teil der Bar hatten schon ihre Hände zu den Waffen gleiten lassen. Fast alle Wompratten waren bewaffnet. Es war zwar kein schießwütiger Haufen, aber sie waren allesamt Soldaten in einer Kriesengegend. Das Imperium war zwar besiegt worden, aber noch lange nicht zerschlagen. Die junge Neue Republik hatte alle Hände voll zu tun die Kernwelten zu verwalten und militärisch ab zu sichern, sodass es im Outer Rim öfters zu übergriffen kam. Reste des Imperiums oder selbsternannte Warlords bemächtigten sich der Randplaneten um ihre natürlichen Ressourcen aus zu saugen oder ihre Kriegskasse mit Steuern zu füllen.

Hatten sich einige nervöse Gesellen schon vorher zur Türe umgedreht folgte der Rest spätestens als ein Mann die ersten Treppen zu nehmen versuchte, stolperte und sich überschlagen in die mitte des Raumes flog. Blut klebte am dreckigen Boden des Lokals, überall da wo der fremde aufschlug und schlussendlich liegen blieb. Kurz verharrte er am Boden und eine kleine Lache mit Blut füllte sich unter ihm, bis er sich an einem Barhocker hoch zu ziehen begann. Als er endlich stand, soweit es ihm noch möglich war, erkannte man schnell die Verbrennungen in seinem langen, rauen Nerfledermantel. Er schob den Mantel zur Seite und man sah, was man schon vermutet hatte. Darunter, an der Hüfte des, wie ein Raumfrachterpilot gekleideten Mannes, war eine große Blasterwunde. Das Fleisch war verbrannt und das Hemd das er trug hatte sich schon mit Blut vollgesaugt welches jetzt einfach zwischen den Fingern des Mannes hindurch auf den Boden lief. Er blickte sich panisch um aber mehr als ein „Hilfe!“ brachte er nicht hervor bevor er wieder zusammensackte.

Es dauerte einige momente bevor irgendwer reagierte und gerade als die Spannung ihren Höhepunkt erreichte und man annehmen musste das alle in Panik ausseinanderliefen, setzte die Musik wieder ein, die Menschen und Aliens drehten sich wieder zu ihren Drinks und das sonst allgegenwärtige Gemurmel der verstohlenen Unterhaltungen kehrte zurück.

Kein besonders guter Ort hilfesuchend auf zu schlagen. Das war auch Coles erster Gedanke und er erhob sich. Er blickte sich nach Rat Leader um doch der nickte ihm nur ernst zu und bedeutete den anderen mit einer knappen Geste im hintergrund zu bleiben. Also ging der junge Pilot schnellen Schrittes auf den verletzten zu wärend sich der rest der staffel um ihre drinks kümmerte und weitere Alibi Gespräche führte. Zuviel Sorge um andere konnte an einem Ort wie diesen leicht misstrauen erwecken.
Als Cole den Mann erreicht hatte wischte er ihm die langen, dunklen stirnfransen aus dem gesicht um zu erkennen das dieser die Augen geschlossen hatt. Schnell fühlte er den Puls des unglücklichen und erkannte das er nicht mehr lange aushalten würde. „Schnell, ein Sanitäter!“ rief er jetzt ungezwungen. Die Situation des Kerls war zu ernst um weiter die Scharade aufrecht zu erhalten. Cole blickte wild um sich und erkannte an einem der Säufer ein Militärisches Abzeichen. Sogar das eines Arztes. Was für ein merkwürdiger Zufall. Entweder hat der Gauner einen Doktor erschossen und ihm die Kleidung abgenommen, oder die Macht ist tatsächlich mit uns, waren Coles gedanken. Dann zeigte er Adaon und rief laut:

„Du… komm sofort her!“
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Beitragvon Cay » 19. Februar 2007 16:54

"Du... komm sofort her!"
Das waren Worte, die man Adaon nicht zweimal sagen brauchte.

Als die Tür aufgegangen war, hatte es Adaon, der viel zu weit vom Eingang entfernt saß, um sich durch die eindringenden Sonnenstrahlen stören zu lassen, nicht weiter gestört. Er hatte kaum registriert, wie sich die Situation anspannte, wie die Personen in der Cantina versuchten ihre innere Unruhe zu verbergen und selbst die große Zahl an Händen aller Art, die auf ihren Waffen ruhten, gingen spurlos an dem Mediziner vorbei. Die Aufputschmittel schienen mit einem Moment zu wirken, belebten seine Zellen, die wie abgestorben wirkten. Seine Muskeln verkrampften sich leicht, wurden aber durch ein schwerfälliges Durchdrücken seines Kreuzes ignoriert.

Und dann ging alles ganz schnell. Der fremde Mann, scheinbar schwer verletzt, stolperte in die Cantina. Er fiel auf den Boden und löste eine Mischung aus allerlei Gefühlen aus. Einerseits Abscheu, Andererseits Ignoranz und zum Teil auch Entgegenkommen. Er hatte in all den langen Monaten in der Galaxis gelernt sich nicht immer zu schnell in Sachen einzumischen und sich die Probleme förmlich einzuleiben - Abstand war manchmal ein sehr sinnvolles Mittel, um sich nicht inmitten von Problem wieder zu finden. Doch das hier war etwas Anderes. Etwas ganz Anderes. Sein medizinischer Kodex zwang ihn förmlich aufzustehen und sich zu dem Verletzten zu gesellen. Und so bemerkte er kaum, wie er das Glas Wasser von seinem Tisch riss und an den Tischen und Stühlen vorbei auf den Mann zu rannte.

Sein Adrenalin pulsierte, als er den Frachterpiloten sah. Eine Blasterwunde und der arme Narr landete direkt in einer Kneipe mit vielen anderen Möglichkeiten sich eine neue Blasterwunde einzufangen. Sein Blick richtete sich auf den Mann neben ihn, dann wieder auf den Piloten vor sich. Ein paar neugierige Gaffer richteten sich um den Verletzten. Systematisch kontrollierte Adaon den Puls des Piloten. "Ich brauche irgendwas Sauberes zur Wundbedeckung", bemerkte Adaon im fachmännischen Stil und lenkte seinen Blick zu Cole. "Und tun sie was gegen diese Leute hier. Schnell." Sogleich richtete er sich wieder auf den Mann vor sich. Der Puls war wirklich schwach. Wenn das so weiterging, dann würde er die nächsten Atemzüge wohl nicht mehr überleben. Dummer Narr, dachte er sich wieder.

Er betrachtete die Wunde, die sich auf dessen Brust ausbreitete. Kein Durchschuss. Das war zumindest ein Anfang. Aber Organe konnten immer noch verletzt sein. Die Blutung war nicht vollständig kauterisiert und so drangen immer noch beachtliche Mengen an Blut aus der Wunde. Er musste die Wunde abdecken, damit keine weiteren Infektionen ausbrechen konnten - was in so einer Kneipe, wie dieser hier, recht schnell passieren konnte - und dann musste die Blutung gestillt werden. Das letzte Übel wäre wohl den Mann nicht in einen Schock abgleiten zu lassen. Wenn sein Körper ruhig blieb, dann würde er sich besser regenerieren können. Zumindest hoffte das Adaon.

Die Augen des Frachterpiloten flackerten leicht. "He", begann sofort Adaon die Aufmerksamkeit des Mannes auf sich zu lenken. "Ganz ruhig. Es ist alles in Ordnung. Ich bin Arzt." Die trockenen Lippen des Mannes versuchten irgendwas zu formulieren, was aber aufgrund seiner Schwäche nur ein leichtes Krächzen war. Adaon, der in weiser Voraussicht sein Wasserglas mitgenommen hatte, legte es dem Verletzten an die Lippen. "Ganz wenig nur", forderte Adaon den Mann auf und stellte das Glas zurück auf den Boden. "Sie wurden angeschossen. Es ist aber nicht so schlimm", beruhigte ihn Adaon. Verzweifelte Notlügen in verzweifelten Situationen. Nicht wirklich, weil es den Verletzten wohl interessieren würde, sondern viel eher, weil die Gedanken, die er auf die Worte des Mediziners verwendete, ihn von den Schmerzen ablenken würden und dem Verfall in einen Schock. "Trotzdem werden wir sie hier nicht in einer Kneipe behandeln können. Sie müssen in eine Sanitätsstation." Die Augen des Piloten schlossen sich langsam. "Bleiben sie wach. Hören sie mich? Schauen sie mir in die Augen."

Adaon blickte sich nach Cole um, ob dieser seine Aufgaben, die er ihm zugewiesen hatte, unter Kontrolle hatte.
Vykk

Beitragvon Vykk » 23. Februar 2007 11:36

Cole erkannte an der Entschlossenheit und Selbstverständlichkeit mit der, der in einer Sanitätsuniform steckende, Kerl an den Verwundeten heranging, dass es sich tatsächlich um einen Mann vom Fach handelte und nicht etwa um einen Betrüger. Er sah den blutenden, am Boden liegenden Mann aus seinen schmalen gelben Augen ernst an. Heute war wohl sein Glückstag, auch wenn er das jetzt, unter Krämpfen und Schmerzen am Boden zusammengekauert wohl nicht so sehen würde. Wenige Augenblicke vergingen bis Adaon wusste was los und was zu tun war und schon begann er mit einem Ton Befehle zu geben, deren Dringlichkeit in keinster Weise den Anweisungen eines Staffelführers unterlagen. Cole antwortet mit einem stummen nicken, dann stellte er sich aufrecht hin und blickte die paar Figuren die sich um sie geschart hatten finster an und meinte nur:
„Das hier geht euch nichts an, solang keiner hier noch ein Arzt ist oder vielleicht ein Jedi oder sonst ein Zauberer… dreht ihr euch um und geht euren eigenen Weg!“

Die meisten in der Menge traten sofort wieder Weg. Lohnte sich wohl kaum Ärger heraufzubeschwören wegen irgendeines Kerls der hier ohnehin krepieren würde. Alles was es zu holen gab hatten dieser falsche Feuchtfarmer der sie wegschickte und der angebliche Arzt sicher schon mit flinken Fingern an sich genommen.
Nur zwei Kerle blieben stehen. Ein großer Devorianer und ein kleinerer Zabrak mit purpurener Zick-Zack Tätowierung über das Gesicht. Sie schienen nicht zusammen zu gehören,waren aber anscheind beide auf das selbe aus. Ärger.
„Mir gefällt dein Ton nicht, Nerf Hüter.“ Meinte der Devorianer in brüchigem Basic.
„Und was wenn ich lieber hier bleiben will?“ fiel auch der Zabrak gleich ein.

Cole wappnete sich schon und versuchte eine gute Position zw. den beiden und vor allem VOR dem Doktor und seinem Patienten zu bekommen. Doch so weit kam es gar nicht. Der Pilot hörte hinter sich das geräuschvolle Aufladen einiger Blaster und erkannte den kurzen Schrecken in seinen kurzen Kontrahenten. Der Devorianer drehte sich knurrend um und ging tatsächlich zu seinem Platz, der Zabrak aber spannte seinen körper und seine rechte hand wanderte auf den rücken, wo, unsichtbar für alle, ein kleines Messer in seinem versteck ruhte. Die numerische Überzahl von Coles Staffelkollegen die ihm mit gezücktem Blaster zu Hilfe gekommen waren, schien ihn nicht zu beeindrucken. Einen Moment schien die Luft zu brennen und alle Cantinagäste erwarteten einen kurzen aber spektakulären Kampf. Naja, alle bis vielleicht auf den am Boden verblutenden mann und den Arzt der ihn emsig versorgte.

Doch bevor noch etwas passieren konnte glitt die Cantina türe erneut auf und diesmal schritten augenblicklich einige Leute mit großer geschwindigkeit hindurch. Der verwundete Mann am Boden riß plötzlich die Augen auf, entriß sich mit Kräften die man ihm nicht mehr zugetraut hätte dem Griff von Adaon und schaffte es tatsächlich sich in die Höhe zu stemmen und mit letzter Anstrengung sich hinter die Theke zuschmeissen wo er plumsend liegen blieb. Die Männer die eingetreten waren hatten rasch Stellung bezogen. Das perfekte weiß und die Vollvisier Helme waren unverkennbar. Imperiale Sturmtruppen. Es war ein Halbes Dutzend und sie standen mit erhobenen Blaster im Halbkreis vor Adaon und Cole, die wiederrum vor der Theke standen die dem verwundeten mann als letzte Deckung diente.
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Beitragvon Cay » 26. Februar 2007 16:03

Adaon vernahm nur im Hintergrund die Stimme des angeblichen Feuchtfarmers. Für einen solchen hatte dieser aber einen ziemlich befehlsgewohnten Ton drauf. Aber um auf solche Kleinigkeiten zu achten, war Adaon momentan nicht in der Lage. Er hatte so ganz nebenbei ja noch ein Leben zu retten. Doch im Moment würde er vieles dafür geben, wenn sich vor ihm ein Bactatank auftun würde, wo er den Burschen einfach reinstecken konnte. Das würde vieles einfacher machen. Aber das der Tank weder aus dem Boden schießen, noch vom Himmel fallen würde, war irgendwie klar - und doch klammerte sich der Arzt auch etwas an diese Hoffnung. Die Blutung versiegte einfach nicht. Der Verletzte verlor noch mehr Blut. Der Blick von Adaon auf Cole ließ gewisse Zweifel aufkommen, dass dieser noch mit einem Verbandskasten auftauchen würde. So musste er erneut improvisieren. Ein tiefes Seufzen begleitete sein Tun.

Und ein noch tieferes Seufzen war die Antwort darauf, dass tatsächlich zwei Halbstarke versuchten auch noch irgendeinen Ärger zu machen. Und das während irgendein Wildfremder vor ihnen zusammen gebrochen war. Er hasste Tatooine. Dieser Ort war kein Aufenthalt für ihn. Stets mit einer Waffe im Anschlag durch die Straßen zu wandern, und darauf aufpassen, weder von Blastern, noch von Sonnenstrahlen geröstet zu werden, war auf Dauer nur dazu gut, eine ausgewachsene Paranoia in einem zu erwecken. Das Aufladen einzelner Waffen schien die Situation nicht gerade zum Besten werden lassen. Die Augen des Verletzten öffneten sich langsam wieder, er keuchte wieder und Adaon drückte ihn zu Boden. "Ganz ruhig. Alles unter Kontrolle", flüsterte er ihm beruhigend zu. Wenn er hier und jetzt sterben musste und das während seiner Erfüllung seiner Pflicht, dann konnte er zumindest mit einem guten Gewissen sterben. Auch wenn er niemals gedacht hätte, dass er von einem Blaster erschossen würde, während er gerade einen Patienten versorgte, der ebenfalls von einem Blaster angeschossen wurde. Wie ironisch. Und von einem anderen Standpunkt aus gesehen sicherlich auch ziemlich lustig. Adaon konnte nicht wirklich darüber lachen.

Immerhin gab es Erfolge. Die Blutung versiegte langsam. Ob das daran lag, dass der Verletzte kaum noch Blut in sich trug oder aber sein Körper sich soweit entspannt hatte, dass er langsam gegen die Wunde ankämpfte, konnte man nur erahnen. Adaon spürte einen Moment des Sieges in sich. Blaster waren vergessen, Bedrohungen waren entschwunden, nur er und sein Patient waren in das Mittelpunkt seines Erfolges gerückt und auch wenn die Chancen immer noch schlecht standen, hatte er mit einem Mal das Gefühl, dass das Ganze für den Verletzten doch noch positiv enden könn ...

Adaon zog die Augenbrauen zusammen.
War der Kerl gerade aufgesprungen und über den Tresen gesprungen?
Ein schwaches Stöhnen folgte.
Ja, war er.
Adaon seufzte schwer.
"Soviel dazu", murmelte er und erhob sich, während er seine blutigen Hände betrachtete.

Sturmtruppen. Ja, die legendären Soldaten des Imperiums hatten so einen bösen Ruf, dass sie wohl auch Todgeweihte zum Aufspringen und Weglaufen motivieren konnten. Eine medizinische Erkenntnis, die Adaon in seiner Biographie erwähnen würde, sofern er noch dazu kommen würde. Er konnte wohl auf seinen medizinischen, unabhängigen Titel beharren. Aber er glaubte nicht daran, dass ihm das irgendwie helfen würde. Eigentlich beschlich ihm das Gefühl, dass das ein Grund genug war, um ihn als Erstes umzuschießen. Er spürte den Tresen hinter sich und Cole - den Feuchtfarmer - neben sich. Da standen sie. Die Sturmtruppen. Die Freunde von Cole wirkten auch nicht mehr wirklich unauffällig. Und Cole auch nicht mehr wirklich wie ein Feuchtfarmer.

Etwas zögerlich hob Adaon seine blutigen Hände.
"Ich vermute", murmelte er mehr oder weniger in die Richtung von Cole, " es ist zu spät, sich wieder zurück an seinen Tisch zu seinem Drink zu setzen, oder?"
Vykk

Beitragvon Vykk » 27. Februar 2007 18:17

„Wenn du mich alleine lässt sinken meine Chancen gewaltig… und ich bin kein Corellianer, mir macht das was aus!“ Cole, der mittlerweile mit erhobenen Händen den Sturmtruppen gegenüberstand, antwortete genau so ernst wie die vorangegangene Frage von Adaon gewesen war. Eine schlechtere Ausgangsposition konnte man fast nicht haben. Nicht nur das der Kerl hinter der Bar jetzt auf jeden Fall sterben musste, es würde wohl sogar den dümmsten Imperialen nach einigen Fragen auffallen, dass es sich bei der großen Gruppe um eine militärische Einheit handelt. Und wenn sie erst mal die Zugehörigkeit der Truppe ausgemacht hatten, würde es der Wompratten Staffel so ergehen wie dem bemitleidenswerten Kerl, der seine vermeintlich letzten Atemzüge hinter der dreckigen Theke der Mos Eisley Space Cantina aushauchte.
Drei der Imperialen Sturmtruppen hatten ihre militärischen Standard Blaster Rifles auf die Staffelpiloten gerichtet welche auch ganz schnell ihre Waffen senkten. Zwei weitere flankierten einen Mann der vortrat und scheinbar der Vorgesetzte der Einheit war. Die mechanische Stimme trat aus den Lautsprechern des Helmes.
„Weg da Abschaum, ihr alle werdet euch nach draussen begeben und ein paar Fragen beantworten!“ er stand vor Cole und Adaon, aber seine Worte waren an alle gerichtet. Jetzt bräuchte es schon ein kleines Wunder um sie hier wieder raus zu bekommen...

„Imperialer Mistkerle!“

...oder die dummheit eines einzelnen. Der Zabrak wollte scheinbar noch einmal deutlich machen das er sich nicht gerne sagen lässt was er tun soll, nur diesmal hat er es irgendwie geschafft einen Blaster hervor zu zaubern mit dem er seinen Worten nachdruck verlieh. Er schaffte es sogar zwei Schüsse ab zu feuern bevor die Sturmtruppen reagiert und ihn mit streufeuer eindeckten. Der Zabrak schaffte es noch hinter einen der metallenen Tische zu springen welcher dem Blasterfeuer nicht lang stand hielt. Er blutete schon aus mehreren Stellen, was ihn aber nicht davon abhielt wild schreiend über die tischkante hinweg zu feuern. Beide Seiten nahmen wenig rücksicht auf Kolleteralschäden. Geräte explodierten, Möbel barsten oder fingen Feuer und ein paar unglückliche Seelen wurden von verirrten schüssen getroffen und blieben verwundet liegen.

Die Staffelpiloten reagierten schnell als das Spektakel begann. Sie stoben sofort auseinenader suchten Deckung und feuerten ihrerseits auf die Sturmtruppen. In der Cantina wurde es von einem Wimpernschlag zum anderen plötzlich Taghell, als die Blasterschüsse in irrsinniger Zahl umhergeschleudert wurden und Tibannagas verpestete die ohnehin schon nicht sehr gute Luft. Die Sturmtruppen hatten scheinbar schon mit ähnlichem gerechnet, was man wohl auch tun sollte wen man nur zu sechst in eine Bar wie dieser rein spazierte. Einer hatte die Gruppe von Piloten nie aus den Augen gelassne und reagierte sofort mit Gegenfeuer und Cole bekam noch mit das einer seiner Freunde auf der Stelle umfiel und sich nicht mehr rührte. Cole selbst reagierte auch augenblicklich, drehte sich herum, warf sich gegen Adaon und beide fielen hinter die Theke und landeten Teilweise auf dem armen, verblutenden Kerl. Sofort zog der Pilote seinen eigenen Blaster und feuerte auf die Imperialen. Die wiederrum hatten Stellung bezogen und feurten auf alles was sich in der Cantina bewegte. Der Zabrak hatte scheinbar mittlerweile unfreiwillig zu feuern aufgehört und angesichts seinem blutigen Ende verspührte keiner der anderen Cantinagäste große Lust seinen Platz einzunehmen. Also kämpften nur noch Imperiale gegen Republikaner und dazwischen tummelten sich mehr oder weniger unschuldige Zivilisten.

In all dem Chaos zog der Verletze hinter der Theke Adaon zu sich her und versuchte mit schwacher Stimme den Lärm zu übertönen.
„Ein Schiff… mein Schiff…. draussen vor der Cantina steht mein speeder…“ er brauchte ein kurze pause um Blut zu spucken „Wir müssen nur vor…die Cantina!“
Ein leichtes unterfangen wenn man bedachte das sechs… nein fünf Sturmtruppen zw. Ihnen und dem Ausgang standen und es sehr vermutlich war das draussen noch weitere
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Cay
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Beitragvon Cay » 5. März 2007 22:55

„Wenn du mich alleine lässt sinken meine Chancen gewaltig… und ich bin kein Corellianer, mir macht das was aus!“

Irgendwann - in vielen, vielen Jahren in einer Galaxis weit, weit entfernt - würde Adaon oder jemand, der Adaon kannte, seine Geschichte erzählen und sie würde mit diesem Satz beginnen, der dem jungen Mediziner in diesem Moment in den Ohren klingelte. Alles bis zu dem Zeitpunkt schien vergessen und wie jede große Geschichte irgendwann einmal seinen Ursprung hatte, würde diese wohl auf diesem staubigen Planeten starten, wo unter solchen Umständen wohl nur tapfere Helden entstanden und sich gegen das Böse in der Galaxis erhoben.

Doch in diesem Moment war nicht der richtige Augenblick, um über Heldentaten nachzudenken. Das war wohl eine der eigenartigsten Merkmale der Spezies Mensch, die es sich nie zur Aufgabe gemacht hatte im Heldentum zu versinken und ab einem bestimmten Punkt ihre kleine, unbedeutende Existenz in die Waagschale zu werfen, um den Kampf gegen eine ganze Galaxis auf sich zu nehmen. So waren sie eben - die Menschen. Und Adaon hätte gelacht, wenn er sich nun selber sehen würde - in sicherer Entfernung, hinter einer Scheibe aus schussfestem Titanglas. Und dann ging alles auf einmal so schnell und nicht mehr Adaon, der eigentlich dabei gewesen war, erinnerte sich noch daran, wer denn auf einmal den ersten Schuss abgegeben hatte. Tatsache war nur, dass auf einmal die ganze Luft nach Tibannagas und Verbrennung roch und alle Wesen - sei es nun Menschen oder Nichtmenschen - sich eine Deckung vor einem raschen Tod suchte.

Adaon wurde diese Wahl abgenommen. Er spürte nur den Ruck von Cole, stolperte dann mehr oder weniger galant über den Tresen, um dann auf der anderen Seite wieder herunterzufallen. Drei Schüsse bohrten sich in die Elektronik dort, wo sie eben gerade noch gestanden waren und ließen einen ganzen Funkenregen über sie ergehen. Aber ansonsten war sie am Leben. Gehetzt blickte sich der Mediziner zu seinem Retter um, und dann ebenso gehetzt auf den Mann, der kaum noch einen Lebensfunken in sich trug und mit dem der ganze Schlamassel überhaupt angefangen hatte. Doch Cole hatte wohl in dem Moment andere Sorgen, als nach einem "Dankeschön" zu warten und sofort rissen neue Schüsse die Tavernenruhe in tausend Scherben. Adaon zog sich instinktiv die Hände auf die Ohren, als die ersten Laserschüsse in direkter Nähe abgeschossen wurden und registrierte einen Atemzug später, dass der Lärm kaum geringer war, als der ganze Schusswechsel zuvor. So saß er da. Wie der Fisch, der am Land gestrandet war und nicht mehr ins Wasser kam. Sein Blick wanderte zum Verletzten. Wenn er hier schon nicht wild um sich schießen konnte, dann musste er eben auf seine Art und Weise helfen. Und die beherrschte er mit dem vielen Adrenalin im Blut jetzt sicherlich am besten.

„Ein Schiff… mein Schiff…. Draußen vor der Cantina steht mein speeder… Wir müssen nur vor…die Cantina!“

Worte, die nur Adaon vernommen hatte, als er sich gerade wieder über den Frachterpiloten bückte, um seine neuen und alten Verletzungen zu studieren. Die Worte klangen so hohl. Sicherlich war es jetzt vermutlich das Beste einfach zu verschwinden, aber wie sollten sie das mitten im Feuergefecht so einfach machen? Sie mussten erst einmal hier heraus, dann mussten sie das Ganze überleben und dann konnten sie vermutlich über eine Flucht in einem Landspeeder nachdenken. "Ganz ruhig", rief Adaon eher aus Gewohnheit und blickte sich unter der Theke herum. "Wenn wir nicht irgendwas machen, dann sind sie schneller tot, als ich es vermutlich bin. Also keine Panik!" Ob das keine Panik an den Patienten gerichtet war oder eher an den Mediziner selber, wusste Adaon in dem Augenblick selbst nicht mehr. Er schaute sich um. Irgendwas musste es in dieser Taverne doch geben, was ihm irgendwie helfen konnte...

Der Macht sei gedankt! Da lag es. Unscheinbar und unter einem Haufen Lappen versteckt, aber es war da. Ein MediKit. Das konnte doch nicht wahr sein? Adaon glaubte nicht an Wunder, aber das hier schien an einem zu grenzen. Er riss das MediKit aus seinem Versteck voller Lappen und Dreck und öffnete es rasch. Die Innereien waren komplett. Die komplette Ausrüstung wie im Handbuch beschrieben. Das war wirklich ein Wunder. Und wenn nicht für Adaon, dann zumindest für diesen armen Kerl, der hier gerade die letzten Atemzüge von sich gab. Er zog das Infusionsgerät heraus, drückte eine Ampulle hinein und legte es an die Halsschlagader des Frachterpiloten. Mit einem "Zzzzzisch" füllte sich der Inhalt in die Venen des Todgeglaubten. "Das sollte dich noch etwas am Leben erhalten." Er riss den Verband heraus und schnürte den Frachterpiloten zwar hastig, aber durchaus sorgfältig in den Verband ein, um die Wunde nicht nur vorher zu desinfizieren, sondern gleichzeitig auch mit einem Bactagel zu regenerieren.

Das Ganze hatte kaum gedauert, der Schusswechsel war immer noch vonstatten und Adaon blickte für einen Atemzug auf sein Werk. Dann für einen Zweiten. Beim Dritten detonierte irgendwas über ihn und wieder krachten Metallteile um ihn herum auf dem Boden. Instinktiv drückte er sich noch mehr zu Boden. Er kroch etwas weiter zu Cole und lehnte sich neben ihn an den Tresen: "Vor der Taverne steht ein Speeder. Der Kerl hier hat einen Speeder dort draußen." Das er ihn versorgt hatte, konnte er sich wohl sparen. Cole war zwar mit einer Schießerei beschäftigt gewesen, aber vermutlich nicht blind. "Wir müssen hier nur noch raus...", verlor seine Stimme etwas an Elan. Was sollte Cole denn schon machen? Einen Thermaldetonator ziehen und ihnen einen Weg frei sprengen? Adaon fand sich langsam damit ab, dass sie hier ganz schön im Banthadung saßen.

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