Dritte Flotte

Tordesian "Ian" Veleany

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Übersicht
Ererbte med. Charakteristika
  • hohe Resistenz gegen verschiedene natürliche Gifte, vor allen Dingen Chynolysin, welches in den auf seiner Farm angebauten Chynolyn-Beeren enthalten ist
  • dadurch auch unempfindlicher gegen anderweitige chemische Beeinflussung, z. B. durch die Pheromonattacke von Zeltronern
Erworbene med. Charakteristika
  • diverse Operations- und Verbrennungsnarben am Oberkörper; hierdurch keine Einschränkung der Dienstfähigkeit
  • tiefe Vernarbung direkt über der linken ischiocruralen Muskulatur, welche der Länge nach komplett durchtrennt wurde, dabei auch Verletzung des N. ischiadicus
  • als psychosomatische Folgeerscheinung bei vollumfänglich wiederhergestellter physischer Funktionalität chronischer Bewegungsschmerz linksseitig, intervallartig auftretendes symptomatisches Humpeln linksseitig
Bioimplantate
  • Sehnenstrang der linksseitigen ischiocruralen Muskulatur durch künstliches Fasergewebe ersetzt; Muskulatur und Nerv zeigen normale Funktionalität, keine Einschränkung der Dienstfähigkeit
Krankheiten und Therapien
  • familiär bedingte Allergie gegen viele Narkotika, von daher u. a. höhere Gefahr der Morphiumabhänigkeit
  • alternative Schmerztherapien unter Verzicht auf Opiate und Opioide sind dringend angeraten

Psychisches Datenblatt

Einleitend zur psychologischen Beurteilung von Chief Warrant Officer Veleany sei erwähnt, dass eine gänzliche Durchleuchtung seiner Psyche aufwendig oder sogar ganz unmöglich ist. Veleany ist ein verschlossener, wenngleich nicht introvertierter Mensch. Seine Gedanken und Emotionen äußert er nur sehr ungern vor allem gegenüber Ärzten. Deswegen gestaltet sich vor allem die Bewertung der standardisierten Fragen als schwierig. Es wird empfohlen, die folgende, teilweise auf den Fragebögen basierende Bewertung, mit Vorsicht zu genießen.

Wenn man CWO Veleany nach seiner Kindheit und Jugend fragt, gibt er ausnahmsweise sehr klare und offene Antworten. Er verabscheut seine Eltern und hat diese nie vermisst. Einzig seine Zwillingsschwester, Gedaia, bedeutet ihm etwas. Seine Begründung für die Abneigung ist hingegen fadenscheinig. Er sei nicht im Stande, die Anforderungen der Familie zu erfüllen, wolle das auch nicht mehr und könne daher mit ihrer Abneigung leben. Anzunehmen ist allerdings, dass es zu Missbrauch gekommen ist. Diese Vermutung lässt sich vor allem mit den der Akte beiliegenden Bildern 1 bis inklusive 6 bestätigen, die bei seiner Musterung entstanden sind. Darauf sind bereits Narben unterschiedlichen Alters zu erkennen, die zweifelsohne durch Peitschenhiebe entstanden sein mussten. Auf eine explizite Nachfrage zu diesem Thema schweigt Chief Warrant Officer Veleany.

Seine kurze, einvernehmlich geschiedene Ehe kommentiert er recht flapsig mit: "Solche Fehler mache ich nur einmal." Eine große Rolle bei der Trennung spielte sein Umgang mit Frauen. Eigenen Angaben nach hatte er sie mehrfach betrogen, wurde auch von ihr erwischt und es kam beinahe täglich zu Streitigkeiten deswegen. Auf die Frage, ob er sein Verhalten nicht hätte anpassen können, antwortet er geradezu herablassend, dass sie es gar nicht wert gewesen sei, dass er sich ändere.

Überhaupt ist CWO Veleanys Umgang mit Frauen recht ambivalent. Einerseits pflegt er eine große Anzahl an Bekanntschaften, mit denen es auch zum Vollzug sexueller Handlungen kommt, gleichzeitig sind ihm Frauen im Militärdienst ein Dorn im Auge. Ganz offen äußert er sich negativ über Frauen speziell bei den Sturmtruppen, aber auch bei den anderen Teilstreitkräften. Weibliche Vorgesetzte beklagen sich darüber, dass er sie nicht oder nur eingeschränkt ernst nehme, und CWO Veleany bestreitet dies auch nicht. Allerdings äußert er sich nicht offen negativ über sie und bleibt dabei höflich und zurückhaltend. Auf seine Bekanntschaften angesprochen, reagiert er allerdings zurückweisend. Er wollte sich dazu nicht näher äußern.

CWO Veleanys Umgang mit Vorgesetzten hat sich seit seiner Versetzung in die 7406. Kohorte stark verändert. Zuvor führte er im Grunde nur stur seine Befehle aus, ließ manche Vorgesetzte auch regelrecht in ihr Verderben laufen, indem er sie auf Planungsfehler nicht hinwies, die er dank seiner langjährigen Erfahrung im Vorfeld hätte sehen müssen. Seinen Pflichten kam er zwar akkurat nach, leistete aber darüber hinaus nur die allernotwendigste Hilfe und verweigerte Beratungen, von denen gerade jüngere Offiziere sicher profitiert hätten.

Seit er als Kompaniefeldwebel verwendet wird, scheint er sich jedoch viel wohler in seiner Rolle zu führen. Ihm ist leicht anzusehen, dass er diese Arbeit viel lieber macht als die eines Phalanxführers. Er stellt sich mit großer Überzeugung vor seine Untergebenen, bringt sich aktiv in Missionsplanungen ein und nimmt Vorgesetzten auch ohne direkten Befehl oder Zuständigkeit viele Kleinigkeiten ab (u. a. die Erstellung von Dienstplänen, Fortbildungsempfehlungen, Betreuung des Dienstsports). Obwohl er darüber zwangsläufig viel öfter in Streit mit Vorgesetzten gerät denn als sturer Befehlsempfänger, der er vorher war, erweckt er insgesamt einen positiveren Eindruck.

Aufmüpfiges Verhalten zeigen sich bei CWO Veleany vor allem im Regulardienst. Allerdings spielt seine Hyperaktivität dabei auch eine gewisse Rolle. Mit Langeweile kann er kaum umgehen. Wenn man ihn nicht mit Arbeit eindeckt, beschäftigt er sich eben selbst und das führt zu Reibereien. Im Einsatz dagegen funktioniert die Zusammenarbeit mit seinen Vorgesetzten hervorragend. Er setzt Befehle effizient um, fungiert als taktischer Berater und ist ein belastbarer Einsatzleiter, falls nötig. Dabei hilft ihm auch sein mittlerweile guter Umgang mit seinen Untergebenen. Sogar der als problematisch eingestufte Sturmtrupp "Dreckfresser" scheint ihn als Kompaniefeldwebel zu akzeptieren.

Allerdings befindet sich CWO Veleanys Führungsstil im Wandel. War er bisher ein eher strikter und unnachgiebiger Vorgesetzter, bemüht er sich nun um mehr Verständnis und auch Ruhe und er setzt auf Kommunikation. Die Anzahl an Peitschenstrafen von ihm haben sich seit seiner Versetzung zur 7406. halbiert. Er wird immer noch, aber nicht mehr ausschließlich gefürchtet, sondern durchaus auch für seine Bemühungen respektiert. Das wiederum scheint ihm gut zu tun. Obwohl er noch weit vom Idealbild eines modernen Anführers in der Unteroffizierslaufbahn entfernt ist, zeigt sich nun sein großes Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinen Kameraden.

Zu prüfen wird sein, wie sich dies in Stresssituationen verhalten wird. Gerade unter Druck und in gefährlichen Momenten neigt er dazu in alte Muster zurückzufallen. Er wird autoritärer und stellt sich eher selbst ins Kreuzfeuer, als auf seine Kameraden zu vertrauen. Seine Sonderausbildung zum Ehrengardisten spielt dabei eine große Rolle, denn dort wurde er zum Einzelkämpfer gedrillt und hat verlernt, anderen zu vertrauen. Diese Prägung ist derartig stark, dass er mit der einsatzüblichen Gruppendynamik weniger gut zurecht kommt. Ein entsprechendes Fortbildungsseminar könnte hier Abhilfe schaffen.

Aktuell zeigt sich, dass CWO Veleany geradezu verbissen ist, seine Leistungen zu verbessern. Vor allem die letzten physiologischen Beurteilungen weisen darauf hin, dass seine Eignung für den Fronteinsatz bald nicht mehr gegeben sein könnte. Das belastet ihn und löste auch Ängste aus. Umso größer die Angst vor einer Versetzung in den Innendienst, desto intensiver werden seine Bemühungen und seine Fixierung auf Sport und Physiotherapie. An dieser Stelle ist eine Warnung angebracht: diese Form von Druck ist besonders gefährlich, denn aufgrund seiner Verwundung wird er sicherlich in absehbarer Zeit versetzt werden müssen. Seine Psyche könnte darunter enorm leiden. Nach mehrmaliger Prüfung und Diskussion ist sich das Kollegium (Rhenard, Darmul, Losu) einig, dass eine Suizidgefahr gegeben wäre.

In diesem Zusammenhang spielt es auch eine Rolle, dass CWO Veleany nicht nur um seine Nichte, PFC Adene E. Veleany, sondern auch um Kaiser Palpatine nach wie vor trauert. Er macht weder einen glücklichen, noch zufriedenen Eindruck. Direkte Fragen zu diesen Themen beantwortet er knapp und weigert sich auch, das näher auszuführen. Er behauptet, glücklich und zufrieden zu sein, räumt aber die Trauer um Kaiser und Nichte ein. Sein verwundetes Bein belastet ihn zusätzlich, obwohl eher eine Wechselwirkung wahrscheinlich ist. Das Bein schmerzt ihn, weil ihn die Verwundung psychisch belastet. Vermutet wird eine leichte Depression.

Bisherige Therapieversuche scheitern an der mangelnden Kooperation des Patienten ebenso wie an der schwierigen Diagnose. Trotzdem wird dringend empfohlen, seine psychosomatischen Probleme sowie die Depression zu behandeln, um eine Verschlechterung der Situation durch eine drohende Versetzung in den Innendienst zu verhüten.