Dritte Flotte

Neever Darx

Lebenslauf

Die meisten Sturmtruppler der Dritten Flotte halten Darx für den Dienstältesten unter ihresgleichen und gerüchteweise soll er sogar zu den ersten biologisch gezeugten Menschen gehören, die nach dem Ende der Klonkriege ins Korps eingegliedert wurden. Kaum einer würde sich aber trauen, ihn nach der guten alten Zeit zu fragen — nicht, weil er so abschreckend wäre, sondern weil er dann nicht mehr aufhören kann.

Wer es doch wagt, erfährt, dass Darx während seiner ersten Dienstjahre auf dem Außenrandplaneten Agamar stationiert war und dort auch nur ungern wieder wegging, als man ihn schließlich versetzte. Er schätzte wohl das friedlichere, einfachere Leben dort und entwickelte auch einen gewissen Hang zum Pavis, einem dort beliebten Likör. Vielleicht ist er deshalb so gut mit CWO Veleany befreundet, der zwar um die fünfzehn Jahre jünger ist, aber dafür aus einer agamarischen Familie stammt, die mit den besten Pavis auf Agamar brennt.

Vor der Gründung der Dritten Flotte im Jahr 05 n. E. war Darx einmal der Truppführer der "Panzerknacker", einem Sturmtrupp der 7406. Kohorte, und verdiente sich das Vertrauen ihres späteren Kommandeurs, Colonel Suhter. Allerdings begann mit seinem Kommando auch die berüchtigte Unglücksserie der "Panzerknacker": der Trupp nahm an mehreren verlustreichen Einsätzen teil und wurde schließlich bei einem schweren Bombenattentat aufgerieben, wobei neben Darx nur einer seiner Männer überlebte, Derek "Jek" Ovalinojek. Für lange Zeit wurden die "Panzerknacker" als aufgelöste Einheit nur auf dem Papier geführt, bis sie unter Sergeant Fenton Damion neu aufgestellt wurden — und prompt gerieten auch die neuen Panzerknacker auf Eriadu in einen verheerenden Bombenanschlag. Dieser erneute Rückschlag traf natürlich auch Darx sehr persönlich. Erst unter dem neuen Einheitsführer, Sergeant Barungh, scheint der "Fluch" gebrochen zu sein.

Schon vor der Verlegung seiner Kohorte zu dieser neuen Prestige- und Eliteeinheit der Marine, der Dritten Flotte, wurde Darx aus Altersgründen kaum noch in den Kampfeinsatz geschickt. Das heißt aber nicht, dass er inzwischen seinen Biss verloren hätte: Vor allem die Kameraden TOOL und Selloinne können ein Lied davon singen, dass Darx noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Bei einer missglückten Gefangenenüberführung konnten sie, damals noch grün hinter den Ohren und frisch aus der Grundausbildung entlassen, eng mit ihm zusammen arbeiten. Darx und ein weiterer Veteran, Tomas "das Original" Veret, der unter seinem Zögling Ovalinojek bei den "Freien Radikalen" stationiert war, zeigten den Jungspunden während eines Rebellenüberfalles gleich einmal deutlich, was eine Harke ist!

Nach seinen letzten Fronteinsätzen bei Kamino und Kothlis wurde er jedoch permanent in den Innendienst versetzt und arbeitet jetzt als Kohortenfeldwebel, die vermutlich höchste Ehre für einen Unteroffizier, der nicht sogar in den Stabsdienst berufen wird. Da er in seiner aktiven Zeit weit in der Galaxis herumgekommen ist, berät er aber in der Tat ab und zu diverse Stabsoffiziere, unter anderem Commodore Durron, und sorgt in seinem eigentlichen Einsatzgebiet unterdessen mit drakonischen Strafen für die Einhaltung der Truppendisziplin. Darx greift in der Regel höchstpersönlich zur Peitsche, wenn es gilt, die Ordnung wieder herzustellen. Und er ist ein Meister mit der Peitsche — höchstens sein Gesinnungskumpel Veleany peitscht noch ein bisschen besser.

Wer diesen freundlichen Kerl mal als harten Hund erlebt hat, kann sich kaum vorstellen, dass Darx ursprünglich nicht freiwillig zum Sturmtruppenkorps ging, sondern als Wehrpflichtiger eingezogen wurde und eigentlich nur seine Zeit auf Agamar absitzen wollte. Aber es gefiel ihm dort dann doch unerwartet gut, ließ sich leicht und mit Freuden von der imperialen Propaganda vereinnahmen und verlängerte schließlich freiwillig, um Berufssoldat zu werden. Heute ist Darx ein fanatischer, fast religiöser Anhänger des ersten Kaisers Palpatine und glaubt unbelehrbar fest und auch offen an seine baldige Rückkehr zum Wohle der ganzen Galaxis, denn er durfte ihn vor vielen Jahren bei einer Truppenparade anlässlich des Tags des Imperiums einmal aus der Ferne sehen — was er als den schönsten Tag in seinem Leben bezeichnet, noch vor seiner Hochzeit und der Geburt seiner Kinder. Darx ist fest überzeugt davon, dass man jemanden wie Kaiser Palpatine nicht töten kann. Für Darx war seine angebliche Ermordung durch die Rebellen immer nur eine gekonnte Inszenierung, deren Sinn er nicht erklären kann — aber das muss er auch nicht. Die Wege des Kaisers sind unergründlich.