Dritte Flotte

Dr. phys. Tye Freiherr von Mriin-Tyrnell

Krankenakte

Physisches Datenblatt

Übersicht
Ererbte med. Charakteristika
  • leichte Lendenwirbelskoliose (regelmäßige Krankengymnastik verordnet)
Erworbene med. Charakteristika
  • mehrere verheilte Knochenbrüche von Reitunfällen in Kindheit und Jugend
Krankheiten und Therapien
  • Nickelallergie

Psychisches Datenblatt

Herr Tye Freiherr von Mriin-Tyrnell ist ein Mann von durchschnittlicher seelischer Gesundheit. Sein ganzes Verhalten, insbesondere die Betonung seines Offiziersstandes und seiner adligen Herkunft, lässt auf einen ausgeprägten Vaterkomplex schließen. Eigentlich hätte Dr. von Mriin-Tyrnell im Militär nichts verloren, denn mit seinen finanziellen Möglichkeiten und seinen hervorragend beurteilten Universitätsabschlüssen hätte er leicht eine hochdotierte Stelle in der Forschung finden können, sogar an einem Lehrstuhl, der ihn nicht zwingt, mit Nichtmenschen zusammen zu arbeiten. Dennoch hat er sich eine Offizierslaufbahn in der Flotte zum Ziel gemacht, um die Gunst seines Vaters zurückzugewinnen, der die üblichen Schwierigkeiten eines Vaters mit der Homosexualität seines Sohnes hat.

Er selbst ist mit seiner sexuellen Identität im Reinen. So geht er selbstbewusst damit um, dass Homosexualität im militärischen Umfeld immer noch stärker tabuisiert wird als im Rest der Gesellschaft, und verliert sich weder in einer Verleugnung, noch in einer übertriebenen Betonung seiner Neigungen. Auch Ablehnung und Enttäuschungen in Liebesdingen generell kann er gut verarbeiten, wahrscheinlich vor allem wegen seiner engen freundschaftlichen Bindung zu einer von seiner Meinung nach wenigen Gleichgestellten, Caletta Baroness von Haldrin.

Die loyale Gesinnung des Freiherrn von Mriin-Tyrnell ist tadellos zu nennen. Sie ist beinahe deckungsgleich mit den erzkonservativen Lehren eines Crueya Vandron über die Menschliche Hochkultur. Von einem typischerweise in solchen Kreisen anzutreffenden Chauvinismus gegenüber Frauen ist hingegen nicht das Geringste zu spüren, wohl aber gewisse Standesdünkel gegenüber Nichtoffizieren und ein persönlicher Verhaltenskodex, der ihn jederzeit zu beinahe höfischen Umgangformen und einer gewissen Affektiertheit ermuntert. Dieser übersteigerte Versuch, allen und jedem gegenüber charmant und gleichzeitig überlegen zu wirken, kehrt sich in den Augen derer, die ihn durchschauen, bisweilen in das Gegenteil um. In letzter Zeit lässt sich jedoch beobachten, dass Freiherr von Mriin-Tyrnell weniger negativ über bestimmte nichtmenschliche Mitarbeiter redet, die inzwischen seine Wertschätzung genießen.