Dritte Flotte

Aia Tek

Lebenslauf

Aia Tek gehörte zur ersten Stammbesatzung der VSD II Cerberus überhaupt und war damit sogar länger an Bord als sogar Flottenadmiral Androx, der erst einige Tage später an Bord kam, um das Schiff bei der Eroberung von Agamar einzuweihen. Als Androx von der Anwesenheit einer nichtmenschlichen Frau auf seinem Sternzerstörer erfuhr, war die Ryn längst ein unverzichtbares Mitglied in der technischen Abteilung geworden. Als sich dann eine der wenigen von Androx geschätzten Frauen unter seinem Kommando, Furia Lynn, als neue Chefingenieurin durchsetzte, nutzte diese ihren Einfluss, um die Position vieler Frauen an Bord zu stärken. Davon profitierte auch und vor allem Aia Tek, die endlich eine Aussicht auf eine Führungsposition hatte, abhängig nur von ihrer persönlichen Leistung und nicht irgendwelchen Standes- oder Rassendünkeln. Selbst Androx akzeptierte die Ryn mit der Zeit als eine seltene Ausnahme, die ihm aus seiner Sicht aber nur die Regel bestätigt.

Schon von Anfang an war Aia Tek relativ gut an das Leben unter Menschen angepasst und beugte sich auch, gerade für eine Angehörige ihres Volkes, den militärischen Gepflogenheiten, so gut es ihr eben möglich war. Dazu gehörte auch, dass sie sich im Dienst eine militärisch korrekte Frisur flechtet, nur wenig persönlichen Schmuck trägt und regelmäßig badet — Einschränkungen, die andere Ryn für beleidigend halten würden und auch ihr anfangs sicher Schwierigkeiten machten. Ganz in der Tradition ihres Volkes war Aia jedoch immer eine Kämpfernatur und gehörte beileibe nicht zu jenen Ingenieuren, die während ihrer Dienstzeit niemals die technischen Eingeweide ihres Schiffes verlassen und Feuergefechte in der Hoffnung auf einen Sieg ihrer kämpfenden Kameraden aussitzen würden. In der Tat nahm sie bei mehreren Einsätzen der VSD II Cerberus durchaus auch direkt an Kampfhandlungen teil. Dank ihrer scharfen, stachelähnlichen Borsten an Unterarmen und Greifschwanz ist sie auch nie völlig unbewaffnet und kann zu einer echten Gefahr im Nahkampf werden.

Lynns Nachfolger, Commander Yuuz, kannte die zuverlässige Ingenieurin selbst schon jahrelang, baute sie konsequent und gegen alle Widerstände weiter auf und machte Tek schließlich zur Chefin des Bereichs Instandhaltung, zunächst auf der Cerberus, danach übertrug er ihr die gleiche Position auf der gewaltigen Annihilator. Tek war überhaupt die erste Ryn mit einer derart verantwortungsvollen Position im Militär, aber zu diesem Zeitpunkt wurde sie zumindest unter der früheren Belegschaft der Cerberus weitestgehend akzeptiert und respektiert.

Nachdem die Annihilator schließlich nahe dem Schlundzentrum von High Admiral Daala vernichtet wurde, musste Commander Yuuz schließlich auf zahlreiche seiner besten Offiziere verzichten, um frei gewordene Führungspositionen auf anderen Schiffen der Dritten Flotte zu besetzen. Vielleicht lag es auch daran, dass Varn Salorons Hintergrund als ehemaliger Schmuggler und Weltenbummler gerade erst bekannt geworden war — eine Lebensweise, die sowohl der Natur der Ryn entspricht als auch eine gewisse Toleranz gegenüber Nichtmenschen unterstellt —, jedenfalls empfahl Yuuz dem Oberkommando, Aia Tek als Zweiten Offizier auf Salorons neues Schiff, die Emperor's Yoke, zu versetzen. Auch in der Dritten Flotte hatte bisher nur selten ein Nichtmensch eine Führungsposition auf einem Sternzerstörer erreicht, und Aia war sogar die erste nichtmenschliche Frau.

Aias besonderer Karrieresprung sorgte in der Folge tatsächlich für einigen Aufruhr auf der Yoke, denn einige ewiggestrige "Offiziere alter Schule" schickten ein anonymes Pamphlet gegen sie und Nichtmenschen im Allgemeinen an die Flottenführung. Diese Anfeindung schien Aia persönlich aber weniger zu tangieren als Captain Saloron, der dies als Angriff auf seine Autorität interpretierte und brachiale Strafen androhte — und, als ein Sündenbock gefunden war, auch umsetzte. Aia selbst gibt sich nach wie vor unbeeindruckt von den Vorfällen, ist ihrem Captain einserseits und dem Oberkommando andererseits für die rückhaltlose Unterstützung, die sie von ihnen erfuhr, aber in der Tat sehr dankbar.