Dritte Flotte

Barret Sarda hastar Revik

Lebenslauf

Barrets Geschichte

Der Krieg reißt viele Familien auseinander. Kontakte brechen ab, Angehörige sterben, gegensätzliche Ideologien treiben Grenzen zwischen Verwandte. Und Krieg war allgegenwärtig unter der Herrschaft des Imperiums.

Auch die Familie von Pharn Valance und Corporal Sarda würde dieses Schicksal erfahren. Sarda, eine Waise, hatte sich durch die erfolgreiche Durchführung mehrere riskanter Einsätze einen Namen im gardonnischen Militär gemacht und auch Pharn, obgleich selbst nur Zivilist, konnte auf eine lange Reihe von Soldaten in seinem Stammbaum zurückblicken. Auf Ord Gardonna bedeutete dies, dass sie sich einen gehobenen Lebensstandard leisten konnten und somit auch ihren Kindern eine gute Laufbahn sicher war.

Eines dieser Kinder war Barret. Er war der Zweitgeborene der Familie und gerade so formidabel wie sein großer Bruder. Als lebhafter und kerngesunder Junge, der große Freude an den Sportvereinen und Jugendlagern zeigte, in die man ihn schickte, erlebte er, 16 vor Endor geboren, die große Blütezeit des Imperiums. Wie es sich für einen tugendhaften gardonnischen Jungen gehörte, war Barret begeistert vom Militär und dem aufregenden Leben eines Soldaten und freudig horchte er den Geschichten von der Front, die seine Mutter und sein Onkel Jastaar ihnen erzählten.

Doch am meisten Einfluss hatte sein drei Jahre älterer Bruder Korvin auf ihn. Korvin war ein Idol für Barret. Egal welchem Verein er beitrat, welche Auszeichnung er gewann, sobald Barret die vorgeschriebene Altersgrenze erreicht hatte, eiferte er ihm nach.

So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass er, wie Korvin vor ihm, dem Bund Junger Pioniere beitrat — einem Lokalzweig der SAGRec — der Jugendliche auf eine spätere Karriere bei der Polizei vorbereiten sollte, der einzigen semi-militärischen Organisation, die nicht unter direkter Kontrolle durch das Imperium stand.

Doch dort kamen die Geschwister in Kontakt mit Mitgliedern einer rassistischen Bewegung, die den Bothanern, die nach den Menschen die am stärksten vertretene Rasse des Planeten darstellten, die Schuld an der finalen Niederlage des Doppelfrontkriegs während der Klonkriege gaben, dem bittersten Schandfleck der Geschichte Ord Gardonnas.

Das Duo ließ sich natürlich nicht von ein paar tumben Propagandareden einfach überzeugen, allerdings war nicht von der Hand zu weisen, dass Bothaner der Rebellenallianz bereits bei mehreren wichtigen Schlachten zur Seite gestanden hatten. Man munkelte gar, dass die Zerstörung des legendären Todessterns auf ihr Konto gehe.

Doch dann geschah das Unmögliche: Der Galaktische Kaiser, der Held, der Ord Gardonna von der Besetzung der Republik befreit hatte, starb in der Schlacht von Endor, trotz einer bis dato geheim gehaltenen Superwaffe. Und für Barret und Korvin weitaus ausschlaggebender: Auch ihr Onkel fiel auf dem Waldmond.

Die gesamte Galaxis war in Aufruhr. Die Allianz hatte gesiegt; das Imperium lag in Trümmern, zerschlagen in einer einzigen Schlacht. Doch während die Regierung Ord Gardonnas sich schon zwei Jahre später der aus der Rebellion entstandenen Neuen Republik anschloss, um zumindest Teile ihrer Autonomie zu wahren, die von den Kriegsherren bedroht wurde, drang die Botschaft der rassistischen Front zu den Brüdern durch. Genau genommen war es sogar die Rebellion, die sie von der Gefahr durch die Bothaner überzeugte. In einer öffentlichen Rede, die über HoloNet auf allen Planeten, die der Allianz beigetreten waren, übertragen wurde, dankte Prinzessin Leia Organa neben vielen Soldaten und Piloten auch "den zahlreichen Bothanern, ohne deren aufopferungsvollen Einsatz es niemals möglich gewesen wäre, die Informationen zu erhalten, die uns letztendlich den Sturz des Imperiums ermöglichten." Den Rassisten Ord Gardonnas wurde somit ein eindeutiger Beweis für die demokratische Einstellung der Bothaner in die Hände gespielt. Auch die Schuld an dem (notwendigen) Beitritt zur Republik konnte ihnen so in die Schuhe geschoben werden.

Barrets fünf Jahre jüngere Schwester Yula, die bisher immer im Schatten ihrer Brüder gestanden hatte, sorgte innerhalb der Familie zusätzlich für Aufsehen, als sie plötzlich darum bat mit ihren zarten zwölf Jahren nach Corellia reisen zu dürfen, um dort die Freie Schule für Philosophie und Ethik zu besuchen. Nicht nur war der Wunsch, den Planeten zu verlassen, für die heimatgebundenen Gardonnen vollkommen absurd, Yula hatte sich auch noch zielstrebig die niederste aller Wissenschaften ausgesucht. Lange lieferte sie sich Streit mit der gesamten Familie, doch letztendlich ließen ihre Eltern sie ziehen.

Währenddessen verlor die Polizei durch die Reinstitution des planetaren Militärs innerhalb weniger Monate jeglichen nennenswerten Einfluss. Korvin, der mittlerweile der Polizei beigetreten war, ging daraufhin zusammen mit anderen Mitgliedern der Rassismusbewegung in den Untergrund, um von dort aus einen Widerstandskampf gegen die neuen Demokraten und natürlich gegen die bothanische Bedrohung auszufechten. Barret blieb zurück. Sein Bruder bat ihn, seine Ausbildung beim Bund Junger Pioniere zu beenden und danach den neu eingeführten 3-jährigen Grundwehrdienst wahrzunehmen. Barret sollte dabei als Außenposten der Bewegung dienen und die Botschaft der "Erben Vlistaars", wie sich die Rassisten mittlerweile nach einem Helden aus dem Doppelfrontkrieg getauft hatten, unter den Jungsoldaten verbreiten.

Gesagt, getan. In der Armee erfuhr Barret eine gründliche Ausbildung, nun auch in taktischen Belangen, die auf dem neuesten Stand der imperialen Kriegsführung war, da die Ausbilder natürlich durchweg ehemalige kaiserlichen Soldaten waren. Auch sein rhetorisches Geschick musste Barret schärfen, um andere Soldaten von seiner Sache zu überzeugen. Die Spaltung der Bevölkerung in Loyalisten, die den Planeten wieder von der restlichen Galaxis abkapseln und ein Militärregime erschaffen wollten um die alten Traditionen erneut aufleben zu lassen, und Demokraten, die sich vollkommen in die Neue Republik integrieren wollten, war ihm dabei von Hilfe. Vor allem Anhänger der Loyalisten waren leicht davon zu überzeugen, dass die Bothaner, die fast ausschließlich den Demokraten angehörten, das Regierungssystem seit Jahrzehnten untergruben.

Vor seinen Eltern hielt Barret seine Zugehörigkeit jedoch geheim, da sie beide Demokraten waren und er sich ihnen trotz allem tief verbunden fühlte. Trotzdem bemerkten sie natürlich mit der Zeit seinen radikalen Wandel. Er wetterte immer häufiger gegen die Aktivitäten bothanischer Abgeordneter im Senat und wurde deutlich aggressiver in seinen Verhaltensformen. Er hatte sich von einem engagierten Jüngling voller Ideale zu einem radikalen konservativen Faschisten gewandelt. Trotzdem hielten sie weiterhin zu ihm.

Doch als die Erben Vlistaars als "Partei Ord Gardonnischer Patrioten" (POP) in die Politik gingen und Barret ihnen umgehend beitrat, kam das Fass zum Überlaufen. Ihr Vater, Pharn, forderte, dass beide Brüder umgehend austreten und sich zur Fremdenlegion melden sollten, um dort zu erleben, welchen Lügen sie aufgesessen waren. Korvin bezichtigte seine Eltern daraufhin des Verrats am eigenen Volk und verließ umgehend das Elternhaus. Pharn versuchte, wenigstens seinen jüngeren Sohn aufzuhalten, doch als Barret ihm entgegen warf, dass er sich von einem zivilen Feigling keine Vorschriften machen lasse, ließ er auch ihn ziehen. Der Kontakt brach daraufhin fast vollkommen ab.

Die Erben gingen währenddessen zu deutlich aggressiveren Methoden über. Gedeckt von ihrer Partei bildeten sie Terrorsquads, die bothanische Bürger nicht mehr lediglich diskreditierten und ihre Häuserwände beschmierten, sondern sie ernstzunehmend gefährdeten. Wohnungen wurden in Brand gesetzt, Individuen gezielt überfallen oder zusammengeschlagen. Die Regierung reagierte und setzte Sicherheitstrupps zum Schutz der Bürger ein. Doch das Militär, dass durchlöchert war von offiziellen und geheimen Anhängern der POP, setzte den Squads keinen nennenswerten Widerstand entgegen. Vier Jahre lang verbreiteten die Erben Vlistaars Angst und Schrecken unter Bothanern und Demokraten, bis man sie endlich stoppen konnte. Mittlerweile waren Morde an der Tagesordnung, der seit Winter 06 n. E. verhängte Ausnahmezustand wurde in der Praxis kaum umgesetzt. 270608 n. E. jedoch wurde der bisher größte Anschlag der Erben, "Operation Lockjaw", zu ihrem Verhängnis. Geplant war ein Großangriff auf eine geheime Sondersitzung des Senats, in dessen Folge alle bothanischen Abgesandten liquidiert werden sollten. Leiter des Einsatzes war Barret, der mit seinem eigenen Terrorsquad und zwölf weiteren den Sitzungssaal stürmen sollte. Scharfschützen, unter ihnen Korvin, würden eventuelle Flüchtlinge beseitigen. Doch sie wurden verraten.

Die Republik hatte Ord Gardonna schon seit langem im Visier. Ihr war bewusst, dass die Unruhen dringend gestoppt werden mussten, doch die Guerilla-Taktiken der Terrorsquads machten ein direktes militärisches Eingreifen beinahe unmöglich. Stattdessen wurden zahlreiche Spione in das Netz der Erben eingeschleust. Synchron mit dem Begin der "Operation Lockjaw" wurden überall auf dem Planeten Verstecke der Erben gestürmt und POP-Mitglieder, denen man Verbindungen zu den Terrorsquads nachweisen konnte, festgenommen. Die Operation selbst endete, bevor sie überhaupt begonnen hatte. Republikanische Spezialkommandos betäubten die außen postierten Scharfschützen, während die Terrorsquads ein Gebäude stürmten, das mit Betäubungsgasen voll gepumpt worden war. Nahezu die gesamte Organisation kam vor Gericht; Barret und sein Bruder wurden, wie viele andere, zu über 40 Jahren Haft verurteilt. Wem Morde nachgewiesen werden konnten, der erhielt lebenslänglich.

Die nächsten beiden Jahre verliefen für Barret erwartungsgemäß ereignislos. Er versuchte die Zeit im Staatsgefängnis mit einer Menge körperlichem Training und gelegentlichem Studium zu überstehen, ohne wahnsinnig zu werden. Doch die Ungerechtigkeit, dass er, als Hüter und Retter der alten Werte, für Staatsverrat inhaftiert worden war, schürte seinen Hass immer mehr. Selbst die anderen Insassen mieden ihn. Nach neun Monaten entschloss man sich, ihn in eine Einzelzelle zu verlegen, als sich sein Zellengenosse erhängte, nachdem kurz zuvor sein Gesuch zur Verlegung in einen anderen Block abgelehnt worden war. Ein direkter Zusammenhang zu Barret konnte zwar nicht hergestellt werden und er hatte während der Tatzeit nachweislich seinen Dienst in der Wäscherei verrichtet, doch hielt die Gefängnisleitung es trotz allem für sicherer.

An Neujahr 11 n. E. jedoch endete Barrets Haft überraschend. Innerhalb des Gefängnisses gab es keine Nachrichten von außen, vor allem nicht für politische Aufrührer wie Barret. Er wusste weder von der offiziellen Auflösung der POP, noch von dem Blitzkrieg der Hapaner, der mit einem Schlag die gesamte Republik zum Einsturz gebracht hatte. Er wusste nicht, dass Ord Gardonnas Verteidigungslinien kurz vor dem Zusammenbruch standen, als die hapanische Offensive urplötzlich wieder endete. Und er hatte auch keine Ahnung gehabt, dass Gardonna sich bereitwillig wieder dem Imperium angeschlossen hatte, bevor nicht ein imperialer Offizier seine Zelle betrat und ihm eröffnete, dass man seinen Lebenslauf und seine Haftakte überprüft habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass man seine Fähigkeiten für das Imperium gut gebrauchen könne.

Die Situation war einfach: Er konnte sich bei der Imperialen Flotte als Sicherheitsoffizier bewerben, eine sofortige Amnestie und somit die Möglichkeit, Rache an denen zu nehmen, die sein Volk zugrunde gerichtet hatten, erhalten; oder er konnte weiterhin in seiner sterilen Gefängniszelle bleiben, bis er freudig lächelnd seinen Schädel an dem Waschbecken zerschlug.

Der Krieg zerstört viele Menschen. Manche stumpfen ab, andere werden gebrochen, viele sterben. Und Krieg ist allgegenwärtig unter der Herrschaft des Imperiums.


Über Ord Gardonna

1. Allgemeine Daten

Planetendaten
Name Ord Gardonna
Sonne Irth (weißer Riese)
Monde keine
Region Expansionsregion
Zugehörigkeit Galaktisches Imperium
Regierungsform Militärdiktatur
Vorherrschende Fraktion Partei Patriotischer Ord Gardonner, PPOG (reaktionär, militaristisch)
Hauptstadt Kormstadt
Bevölkerung 800 Millionen (70% Menschen, 27% Bothaner, 1% Twi'lek, 2% andere)
Lokale Sprachen Basic (offizielle Amtssprache), Bothese, Gardash
Lokale Währungen Imperialer Credit
Terrain Feste Erde, viele Gebirge
Durchschnittstemperatur 24 °C
Temperaturschwankungen (in bewohnten Gebieten) 3 °C - 42 °C
Gravitation ~1G
solare Umlaufzeit (Dauer des Jahres) 356 Tage (327 Standardtage)
axiale Umlaufzeit (Dauer des Tages) 22 Standardstunden
äquatorialer Durchmesser 9.534 km
Atmosphäre Sauerstoff ~23%; Stickstoff ~75%
Hydrosphäre (Wasseranteil an der Landfläche) 63%

2. Geschichte Ord Gardonnas

Die moderne Geschichte von Ord Gardonna beginnt, wie auf vielen anderen Welten auch, mit dem Ende der Republik und dem Beginn der Klonkriege. Der Planet erhielt von der Republik recht wenig Unterstützung, da er kaum über nennenswerte Rohstoffvorkommen verfügte, die für den interstellaren Handel von Nutzen gewesen wären, und auch keinen bedeutsamen Grenzposten darstellte.

Trotzdem gehörte der Planet der Republik an und leistete regelmäßig seine Abgaben. Gegen äußere Bedrohungen musste Ord Gardonna sich jedoch immer selbst verteidigen. Mit Beginn des Krieges gegen die Separatisten wurde diese Belastung immer größer. Erst als die Separatisten verstärkt Ord Gardonna und weitere nahe liegende Systeme anzugreifen begann, um die Ignoranz der Republik für einen Durchbruch zu nutzen, reagierte diese und begann, die Region militärisch zu verstärken.

Die Bevölkerung war sich jedoch durch die erfolgreiche Verteidigung ihres Planeten ihrer Stärke und Unabhängigkeit bewusst geworden und weigerte sich, die republikanischen Schiffe in ihrem System zu tolerieren. Der daraus resultierende Konflikt wurde im Volksmund und später in Gardonnas Geschichtsbüchern als "Doppelfrontkrieg" bekannt, einem Meilenstein gardonnischen Selbstverständnisses.

Trotz der immensen ideologischen Bedeutung des Krieges währte er nur wenige Monate. Die Armeen der Republik und der Separatisten waren beide den lokalen Streitkräften an Zahl und Technologie deutlich überlegen und so mussten diese vor der Republik kapitulieren, um nicht von der Separatistenarmee überrannt zu werden. Um ein weiteres Aufbegehren des Volks zu vermeiden, stationierte der galaktische Senat eine beachtliche Menge Klontruppen auf dem Planeten, der mittlerweile zu einem Brennpunkt im Konflikt gegen die Separatisten geworden war. Zudem wurde das gesamte Militär Ord Gardonnas aufgelöst und in die republikanischen Streitkräfte eingegliedert. Obgleich diese Schritte den Planeten fürs Erste paralysierten und die Republik sich somit vollkommen auf den eigentlichen Feind konzentrieren konnte, waren sie auch der Grundstein für einen tief sitzenden Hass gegen das alte System.

Folglich wurde auch sein Sturz durch die Order 66 vom gardonnischen Volk geschlossen gefeiert. Man erwartete, dass dem Planeten mit Gründung des Imperiums endlich seine gerechte Rolle in der Verteidigung der Heimat zufallen würde. Natürlich interessierte sich das Imperium herzlich wenig für die exklusiven Wünsche der Bevölkerung, die von einer Isolation wie in den guten alten Zeiten vor dem Klonkrieg träumten, andererseits die glorreichen Schlachten, in die sie nun verwickelt wurden, ebenfalls nicht missen wollten.

Stattdessen erhielt das Kaiserreich die Regelung der Republik aufrecht und nahm alle Soldaten in seine eigenen Streitkräfte auf. Da die Stationen im Orbit und ihre Infrastruktur während des vorangegangenen Konflikts deutlich modernisiert worden waren, um den Kriegsbemühungen zu genügen, wurde der Planet auch weiterhin als Stützpunkt genutzt. Schön verpackt in den Gedanken der Neuen Ordnung pickte sich das Imperium also die besten Stücke vom Kuchen heraus, schob die Schuld für das fehlende lokale Militär weiter auf die Alte Republik, stellte die Aufrüstung und Modernisierung als imperialen Erfolg dar und ließ sich sogar dafür feiern, dass es Schiffe über Ord Gardonna stationierte, auf denen 20% der Besatzung von Ord Gardonna waren. Dass davon allerdings 18% auf einem Schulschiff stationiert waren, von dem aus die Rekruten nach ihrer Ausbildung an die Front geschickt werden würden, wurde in den Statistiken immer übergangen.

Das Imperium erlebte seine Blütezeit und so auch Ord Gardonna. Im Gegensatz zu anderen Planeten begrüßte Gardonna den militärischen Fokus der Regierung, sah doch die eigene Gesellschaft das Soldatentum als höchste aller Künste an. Auch der Markt prosperierte, denn die Präsenz der kaiserlichen Flotte hatte für eine neue Handelsroute direkt durch das System gesorgt. Zudem war der Wert des Planeten selbst auch gestiegen, als man in seinen Gebirgen ein Erz entdeckte, das neuerdings für eine Legierung zum Bau der leistungsstarken Hyperantriebe von Sternzerstörern verwendet wurde.

Erst als die Rebellenallianz begann, sich in der Galaxis einen Namen zu machen, und ihr Ruf bis auf den hintersten Wüstenplanet des Outer Rim gelangt war, fingen einzelne Zweifler an, zu hinterfragen, ob die Expansionspolitik des Imperiums und ihre Aussendung von jährlich zehntausenden gardonnischen Jungsoldaten an die ferne Front wirklich im Sinne der Traditionen des Volkes sein könne. Viel Gehör fanden sie allerdings nicht und COMPNOR sorgte dafür, dass sie schnell wieder verstummten.

Die fatale Niederlage bei Yavin war ein harter Schlag für das Imperium, jedoch auch eine eindeutige Warnung. Die Gefahr der Rebellen musste systematisch bekämpft werden. Und eine der größten Sicherheitslücken waren bothanische Spione. Doch die Bothaner waren eine zu bedeutsame Rasse, als dass man sie einfach hätte ausrotten oder deportieren können.

Die Gefahr eines geschlossen hinter der Rebellion stehenden Volkes war einfach zu groß. Stattdessen wollte man sie indirekt diskreditieren, entmachten und zu Buhmännern machen. Ord Gardonna stellte einen idealen Standort für dieses Pilotprojekt dar. 27% der Bevölkerung waren Bothaner, doch trotzdem waren die Menschen weit in der Überzahl. Einzelne Agenten der COMPNOR wurden ausgesandt, um vor allem unter der Jugend den Glauben zu verbreiten, dass die Bothaner seit jeher der Grund für Niederlagen aller Art seien und eine zweite Alte Republik erschaffen wollten.

Der Erfolg war überwältigend, es bildeten sich regelrechte Clubs gegen die "innere Bedrohung", viele Jugendliche protestierten gegen die Vermischung von menschlichen und bothanischen Wohnblocks und forderten getrennte Schulen.

Trotzdem blieben die Vereine klein genug, dass das Imperium die Bitten der gardonnischen Regierung, sich um das Problem zu kümmern, getrost mit dem Argument abschlagen konnte, es handele sich um eine "vorübergehende Störung der sozialen Struktur". Doch bevor das Imperium den offenen Rassismus gegen die Spionageexperten von Bothawui ausnutzen konnte, zerbrach es. Der zweite Todesstern wurde zerstört und mit ihm starben der Imperator und seine rechte Hand, Lord Vader.

Das Reich fiel zusammen und Ord Gardonna zog sich in die Isolation zurück, während die Allianz freier Planeten gegen die Kriegsherren, die sich um die Überreste des Imperiums stritten, immer mehr die Oberhand gewann. Die Ignoranz der Kaiserlichen den wachsenden Problemen des Volks gegenüber hatte bereits vor der Schlacht von Endor dessen Unzufriedenheit geschürt und viele verlangten, die aktuelle Isolation auszuweiten und somit endlich die lang ersehnte Unabhängigkeit zu erlangen. Doch militärisch war Ord Gardonna ein Krüppel, bar jeglicher Flotte. Die Gefahr, von einem der der größenwahnsinnigen Kriegsherren angegriffen zu werden, wuchs stetig. Im Jahre 02 nach Endor entschloss sich die Regierung daher trotz zahlreicher Proteste, sich der Neuen Republik anzuschließen.

Dadurch erhoffte sie sich, wieder militärische Schlagkraft zu erhalten, ohne ihre Autonomie vollkommen einzubüßen. Die Republik nahm den Planeten mit offenen Armen in Empfang, glücklich über den Zufluss guter Soldaten und überzeugt, dass das Volk die neue Philosophie der Demokratie bald akzeptieren würde. Doch die Saat des Imperiums hatte äußerst reiche Früchte getragen. Unter dem Pseudonym "Die Erben Vlistaars" hatten die ehemaligen Agenten der COMPNOR eine Untergrundbewegung geschaffen, die mit wachsender Vehemenz und Mitgliederzahl gegen die bothanische Bevölkerung vorging. Gedeckt von ihrem politischen Ableger, der POP (Partei Ord Gardonnischer Patrioten), wandelten sich bald ihre Proteste und Diskriminierungen in offene Gewalt. Doch die Republik erkannte die Gefahr und begann, mit Unterstützung einiger Regierungsmitglieder, die Terroristen zu infiltrieren.

Trotz allem dauerte es vier Jahre, bis die Republik endlich zum vernichtenden Schlag gegen die mittlerweile paramilitärische Organisation ausholen konnte. Dieser Schlag war jedoch umso vernichtender. Viele ihrer einflussreichsten Söldner konnten direkt vor einem geplanten Anschlag auf den gardonnischen Senat gefasst werden, an dessen Planung auch viele Mitglieder der POP nachweislich mitgewirkt hatten. Die Gruppierung wurde fast vollständig zerschlagen und löste sich mangels jeglicher Führungspersönlichkeiten bald selbst auf. Die Schuldigen wurden währenddessen zu langen Haftstrafen verurteilt; ihre Taten wurden einem Putsch gleichgesetzt. Daraufhin schien sich die Situation auf Ord Gardonna wieder zu normalisieren. Jedoch sollte der Frieden nicht von langer Dauer sein. Auch Gardonna erreichte die Offensive, die das zuvor freundlich gesinnte Hapes-Konsortium gegen die Republik führte. Das lokale Militär war jedoch weitaus weniger zerstreut als die normalen Truppen der Allianz und konnte die Verteidigungslinien mit Müh und Not halten. Doch auch Ord Gardonna wurde nur durch den plötzlichen Abbruch des Nachschubs an Schiffen, den die Hapaner erlitten, gerettet. Ihre Streitkräfte auf ein Minimum geschrumpft, erkannte die Regierung, dass sie trotz allen nationalen Stolzes eine starke Hand brauchten, die sie wieder aufrichtete. Diese Hilfe erhielten sie erneut durch das Imperium, das sich großzügig anbot, ein weiteres Mal ihr Retter zu sein.

Nicht nur fiel den Imperialen somit ein Planet vollkommen widerstandslos in die Hände, sie konnten sogar die Früchte, die sie über ein Jahrzehnt zuvor gesät hatten, endlich ernten: Die geheimen Unterlagen der gardonnischen COMPNOR-Mitarbeiter wurden ausgegraben und in ihnen fand man unter anderem auch komplette Mitgliederlisten aller Zweige der "Erben Vlistaars". Auch Führungs- und Eignungszeugnisse waren in ihnen enthalten. Nun mussten Armee und Raumflotte nur noch die Gefängnisse des Planeten abklappern und sich die besten Kandidaten herauspicken.


3. Namensgebung auf Ord Gardonna

Auf Ord Gardonna setzt sich der Name einer Person traditionell aus vier Teilen zusammen:

  1. Der Rufname
  2. Der Rufname des militärisch höhergestellten Elternteils (bei zwei Zivilisten wird meist der Hauptverdiener gewählt)
  3. Der Rang in der Geburtenfolge (costed (Erstgeborener), hastar (Zweitgeb.), basta (Drittgeb.) usw.)
  4. Die Präfektur, in der die Geburt stattfand

Zudem können Soldaten und Veteranen darauf bestehen, dass auch ihr Rang vor dem Namen genannt wird, ein Recht, von dem ausgiebig Gebrauch gemacht wird.